| 00.00 Uhr

Kevelaer
Flüchtlinge lernen Kevelaer kennen

Kevelaer: Flüchtlinge lernen Kevelaer kennen
Die "Neubürger" der Marienstadt Ahmet Malta (2. v.l.) und Gawhar Alkatib (4. v.l.) lernten vieles über die Geschichte von sowie den Alltag in Kevelaer. Hier spricht Rainer Killich, Geschäftsführer des organisierenden Verkehrsvereins, Fatima Ailbout (3. v.l.) übersetzt. FOTO: Markus van Offern
Kevelaer. Zum ersten Mal fand die "Neubürgerführung" des Verkehrsvereins statt. Mit einem auf sie abgestimmten Programm samt Dolmetscherin will der Verein den Flüchtlingen die Geschichte der Stadt und das alltägliche Leben näher bringen. Von Christoph Kellerbach

Gastführerin Margret Meurs wollte bei der besonderen "Neubürgerführung" am Ostermontag vor allem "die Kernaussagen und Grundlagen vom Leben hier in der Stadt erklären. Damit die Leute wissen, was passiert und warum. Damit klar ist, weshalb zur Wallfahrt so viele Leute nach Kevelaer kommen und welchen Sinn das hat. Ich hoffe, dass ich den Flüchtlingen so eine Basis für das Leben hier geben kann."

Neben dem zwei Mal im Jahr - an Ostermontag und dem verkaufsoffenen Sonntag im November - stattfindenden Kunst- und Kulturspaziergang gibt es auch immer wieder eine Stadtführung. Doch am Montag gab es davon gleich zwei, denn die Stadtgruppe wurde aufgeteilt, so dass schließlich Führerin Elke Lamond mit den deutschsprachigen Besuchern und Margret Meurs mit der zur Hälfte aus Flüchtlingen bestehenden, 20-köpfigen Gemeinschaft durch den Stadtkern lief. Bei seiner Einführung hoffte Rainer Killich, der Geschäftsführer des organisierenden Verkehrsvereins, dass bei jenen "aus gegebenem Anlass parallel anstehenden Führungen, egal wie lange man auch in Kevelaer leben mag, jeder etwas Neues erfahren wird".

Beim Dolmetschen in der Gruppe der Einwanderer half die sich bereits seit Dezember vergangenen Jahres ehrenamtlich engagierende Fatima Ailbout. Auch Gudrun Blumenkemper von der örtlichen Caritas war vor Ort, um sich wieder liebevoll um ihre Schützlinge zu kümmern. Diese bekamen in der gut anderthalb Stunden dauernden Führung von Margret Meurs anschaulich die Geschichte der Marienstadt vermittelt.

Sie stellte während ihrer gekonnt ausgeführten Erklärungen dabei oft Bezüge zwischen der Vergangenheit und dem Leben der Flüchtlinge her. Zum Beispiel, als sie die Parallelen zwischen der Not der Leute während der Gründungszeit Kevelaers und eben jener, welche viele Einwanderer momentan durchleiden, aufzeigte.

Neben der Einladung, verschiedene Kapellen, natürlich mit weiteren Erläuterungen, von innen zu besichtigen, ging sie noch weiter auf die Gefühls- und Glaubenswelt der neu ins Land gekommenen Menschen ein. Beim Lampedusa-Kreuz etwa erwähnte sie, dass die Einwanderer dort am besten eine Kerze für ihre eigene und die Situation so vieler anderer Flüchtlinge anzünden könnten.

Die zehn "Neubürger", die ihr zuhörten, waren sehr angetan von den Ausführungen zur Geschichte und dem Alltag in der Marienstadt. "Ich möchte wissen, wie die Geschichte des Ortes ist, an dem ich lebe", meinte die junge Avin Mohammad (17). Fadi Engare (19) findet, "dass jetzt, wo ich hier bin, ich natürlich auch mehr wissen möchte über die Stadt, in der ich wohne."

Margret Meurs freute sich über die positive Resonanz. Für sie ist am wichtigsten, dass die Neu-Kevelaerer nun nicht nur die Geschichte, sondern auch den Alltag in der Marienstadt besser kennen: "Eben damit die Flüchtlinge, wenn sie durch Kevelaer laufen, jetzt wissen: Ach, deshalb macht der Christ das so!"

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kevelaer: Flüchtlinge lernen Kevelaer kennen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.