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Kevelaer
Flüchtlingshaus im Dorf soll kein Bauland kosten

Kevelaer: Flüchtlingshaus im Dorf soll kein Bauland kosten
Ludger Holla begrüßt die Antwort der Bezirksregierung. FOTO: Venn
Kevelaer. Ziel der Stadt Kevelaer ist, die Flüchtlinge auf Dauer nicht mehr in Gemeinschaftsunterkünften, sondern in Wohnungen unterzubringen. Dazu hat die Politik ein entsprechendes Konzept verabschiedet. Angedacht ist auch, dass in jedem Ortsteil ein Gebäude für Flüchtlinge bereit gestellt wird, auch, um sie über das Stadtgebiet zu verteilen, so Ludger Holla von der Stadtverwaltung. Daraufhin hatte die CDU nachgefragt, ob mögliche Neubauten auf das Kontingent des Ortes angerechnet werden. Grundsatz ist nämlich, dass in Dörfern unter 2000 Einwohnern neues Bauland vor allem dem Bedarf der einheimischen Bevölkerung dienen soll. Da war die Frage, ob den Orten möglicherweise Fläche für Dorfbewohner verloren geht, wenn ein Gebäude für Flüchtlinge gebaut wird. Man solle dazu Informationen bei der Bezirksregierung einholen.

Die RP fragte bei der Behörde in Düsseldorf nach und bekam dort von Pressesprecherin Dagmar Groß die Auskunft: "Eine Flüchtlingsunterkunft würde nicht auf das Kontingent für den Eigenbedarf der Ortschaft angerechnet werden. Der Eigenbedarf soll ja sicherstellen, dass die bereits ansässigen Einwohner der kleinen Ortslage dort wohnen bleiben können, etwa wenn Kinder ausziehen oder wenn das Eigenheim zu groß wird und eine kleinere Wohnung nötig wird", erläutert sie. Eine Flüchtlingsunterkunft stelle eine "Sondersituation" dar, die auch so bewertet werden müsse.

Diese Nachricht sei gut für die Ortschaften, so Holla. Damit werde klargestellt. dass es nicht zu Lasten des Ortskontingentes gehe, wenn Mietwohnungen für Flüchtlinge gebaut werden. Es sei eine gute Anregung der CDU gewesen, das prüfen zu lassen. So habe man jetzt auch Klarheit für Twisteden. Dort sei geplant, ein Baugebiet auszuweisen. Da großer Bedarf im Ort herrsche, sei wichtig zu wissen, dass ein Wohnhaus für Flüchtlinge in dem Gebiet nicht angerechnet wäre. In Kervenheim gibt es Überlegungen, am Haagsche Poort ein Doppelhaus für Flüchtlinge zu bauen. Allerdings führt die Kommune gerade Gespräche mit dem Eigentümer eines Hauses im Ortskern. Sollte es zu einer Einigung kommen, wäre ein Objekt im Baugebiet vom Tisch.

(zel)
 
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