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Kevelaer
Flüchtlingsheim aus Holz

Kevelaer. Die Firma Petershaus baut Häuser aus Holz. Die können in Fertigbauweise schnell errichtet werden. Das macht das Konzept als Wohnungen für Flüchtlinge interessant. Von Sebastian Latzel

Es ist ein Projekt, mit dem Thomas Peters für viel Aufsehen gesorgt hat: Der Inhaber der Firma Petershaus baut in Kaarst gerade ein Wohnhaus für Flüchtlinge. Ein Gebäude, das so gar nichts mit den Containern gemein hat, die manch andere Kommune als Unterkunft bereitstellt. Mit seinem Konzept hat Peters die Stadt Kaarst überzeugt und sich bei der öffentlichen Ausschreibung durchgesetzt.

Seine Gebäude baut er komplett aus Holz in Fertigbauweise. Peters selbst spricht schmunzelnd von Risen-Legosteinen, wenn er solche Elemente in der Fertigungshalle in Kevelaer zeigt. Hier entstehen komplette Wände, die mit dem Tieflader zur Baustelle transportiert werden.

Dort werden die einzelnen Teile dann zu einem fertigen Haus zusammengesetzt. Gerade einmal drei Tage dauerte es in Kaarst, bis der Rohbau stand. Derzeit läuft der Innenausbau. Mitte Mai soll die Übergabe des Hauses sein. Das Projekt wäre damit in weniger als drei Monaten umgesetzt. Gerade diese schnelle Realisierung mache das Konzept für Kommunen attraktiv. Schließlich muss die Unterbringung der Geflüchteten zumeist ziemlich zeitnah erfolgen.

In Kaarst entsteht ein Gebäude für 76 Flüchtlinge, die später in 19 Wohnungen zu je 40 Quadratmetern leben. Schlafzimmer, Bad und Wohnzimmer stehen pro Wohneinheit zur Verfügung. Zu dem Vorzeigeobjekt gehört auch ein Sozialraum, in dem die Stadt Kaarst eine professionelle Kinderbetreuung für die Flüchtlinge integrieren will. Vor allem hat das Gebäude-Konzept auch die Nachfolgenutzung im Blick. "Das Haus könnte ohne große Probleme später anders aufgeteilt werden", sagt Thomas Peters. Zwei Wohneinheiten könnten beispielsweise zu einer größeren verbunden werden.

Die Wohnungen im Erdgeschoss sind zudem barrierefrei, eine Wohnung ist sogar rollstuhlgerecht. "Die Nachhaltigkeit steht hier im Fokus", sagt Peters. Alle Materialen seien recyclebar. Die Wohnungen erfüllen Anforderungen von Brand- und Schallschutz.

Ohnehin sei Holzbau der neue Trend auch am Niederrhein. Immer mehr Interessenten würden auf diese Bauweise setzen. Peters hat eine ganze Reihe von Objekten auf diese Weise umgesetzt. In Hamminkeln etwa hat er das überregional bekannte Roadhouse gebaut, eine vor allem bei Bikern beliebte Gastronomie. In Xanten ist die Mensa auf diese Weise entstanden.

Für das meiste Aufsehen habe er aber in Kaarst gesorgt, sagt der 46-Jährige. Viele Kommunen hätten sich das Projekt angesehen. Peters selbst hat verschiedene Konzepte für Gebäude mit Wohnungen für Flüchtlinge ausgearbeitet.

Diese hat er an Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen geschickt. Es habe schon viele positive Reaktionen gegeben. Es sei gut möglich, dass Petershaus auch in anderen Kommunen zum Zuge kommt. Schließlich sei es eine große Aufgabe für die Zukunft, die Flüchtlinge dauerhaft in Wohnungen unterzubringen.

Quelle: RP
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