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Kevelaer
Freibäder hoffen auf den Spätsommer

Kevelaer: Freibäder hoffen auf den Spätsommer
FOTO: Seybert Gerhard
Kevelaer. Beim schlechten Wetter in der ersten Ferienhälfte sind die Bäder im Gelderland oft leer geblieben. Katastrophal ist das für die Betreiber aber noch nicht, solange ab jetzt die Sonne scheint. Von Antje Seemann

Diese Woche war endlich mal was los am Eyller See. Bei dem Sonnenschein und der Sommerhitze wollten sich da viele Besucher eine Abkühlung verschaffen. Der Betreiber des Badesees, Heiko Jürgens, hofft, dass das Wetter jetzt so schön bleibt: "Ich bin seit 18 Jahren hier, und das war bisher das schlechteste Jahr", sagt er. Vor allem der Juni war mit seinem Dauerregen, kühlen Temperaturen und Unwettern kein guter Monat für die Freibäder in der Region. Solange die Saison noch läuft, ist Jürgens aber optimistisch: "Das kann man noch ausgleichen. Wir brauchen etwa 20 schöne Tage zum Überleben. Und die kommen sicher noch."

Auch für das Freibad in Kevelaer lief es im Juni "bescheiden", wie Schwimmmeister Helmut Langenberg erzählt: "Wir hatten drei gute Tage bisher. Da kommen dann bis zu 2000 Besucher." Zwischen 50 und 500 Besucher waren es allerdings nur an den schlechten Tagen. Mitte Juli hatte das Freibad an der Dondertstraße fast 13.000 Besucher gezählt. Vergangenes Jahr waren es am Ende der Saison - Mitte September - 45.000. Jetzt wünscht sich Langenberg, dass es zumindest bis dahin mal ein paar Tage am Stück schön bleibt: "Die Leute brauchen erst einen Anlauf. Wenn morgens Wolken am Himmel sind, dann machen die eher was anderes."

Auch in Sevelen lief die Saison bisher eher bescheiden. Das Spaßbad hofft, dass in den kommenden Wochen öfter die Sonne scheint und Besucher bringt. FOTO: Seybert Gerhard

Das bestätigt Friedhelm Lange vom Waldfreibad Walbeck. "Der Freibadbesuch ist vergleichsweise aufwändig. Man muss Sachen packen, sich eincremen, das planen. Sobald da auch eine kleine Unsicherheit ist, scheitert das." Auch in Walbeck lief die Saison bisher eher dürftig, aber immerhin auch nicht unterirdisch schlecht, sagt Lange: "Mitte Juli hatten wir etwa 10.000 Besucher. Damit liegen wir in einer unteren durchschnittlichen Zwischenbilanz." Die Saison im Waldfreibad läuft noch bis zum letzten Augustwochenende, vielleicht noch in der ersten Septemberwoche. Bis dahin sollten es insgesamt 36.000 Besucher werden, um von einem durchschnittlichen Jahr sprechen zu können.

Sorgen um eine womöglich verkorkste Badesaison macht sich auch Sebastian Terschüren vom Hexenland-Bad in Sevelen nicht.

Zwar habe der Juni deutlich weniger Besucher in das Spaßbad gebracht als üblich. Aber der Schwimmmeister gibt sich entspannt: "Die kommenden Wochen der Sommerferien zählen noch zum Kerngeschäft. Wenn die gut laufen, können wir die schlechten Wochen noch ausgleichen."

Mittlerweile sei die Wassertemperatur mit etwa 25 Grad absolut schwimmtauglich. Sogar ganz gut gelaufen ist die Saison bisher im Naturfreibad Wachtendonk, sagt Geschäftsführer Frank Ohnrich: "Wir sind ein familiäres Bad. Die Kinder kommen auch bei schlechtem Wetter. Wir haben Grünanlagen, Fruchtfelder, viele Obstbäume und Spielgeräte."

Das Bad, das unter der Woche ausschließlich für Vereinsmitglieder geöffnet hat und nur am Wochenende und an Feiertagen auch für die Allgemeinheit, bietet neben dem Spaß im Wasser auch andere Möglichkeiten. "Wir haben ein Barbell-Training am Strand. Da kommen die Jugendlichen zum Trainieren", sagt Ohnrich. Kicker und einen Spieleraum gibt es außerdem. Ohnrich: "Das lockt. Wir haben zwar nicht so oft volles Haus, aber seit Ferienbeginn sind die Kinder alle hier."

Dass das schlechte Wetter im Juni andersrum dafür gesorgt hat, dass jetzt die Hallenbäder voll sind, kann man aber auch nicht sagen. Frank Zicklan vom Hallenbad in Straelen hat keinen Ansturm von Badegästen beobachten können: "So viel Einfluss hat das Wetter auf unseren Betrieb nicht. Wenn es wirklich schön ist, gehen die Leute eher ins Freibad oder an den See. Aber die Sportschwimmer kommen auch bei Regenwetter hierhin."

Dieses Jahr liege für das Hallenbad voll im Durchschnitt, sagt er: "Die Besucher kommen aus der Nähe. Kinder mit dem Fahrrad oder Leute, die nicht so mobil sind. Bei Hitze ist ja auch das Wasser bei uns erfrischend und sorgt für Abkühlung."

Quelle: RP
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