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Kevelaer
Freies Parken nur bei langer Öffnung

Kevelaer: Freies Parken nur bei langer Öffnung
Um am Samstag zusätzliche Besucher in die Innenstadt zu ziehen, sollen die Parkgebühren am Samstagnachmittag in Kevelaer entfallen. FOTO: Stadt Kevelaer
Kevelaer. Nach der Debatte über die Sonntagsöffnung haben Kommune, Verkehrsverein und Stadtmarketing jetzt den Samstag in den Fokus genommen. Ziel ist, mit attraktiven Angeboten zusätzliche Kunden am Samstag in die Stadt zu holen. Auch als Ausgleich dafür, dass viele Geschäfte am Sonntag nicht mehr öffnen dürfen.

Ein Baustein für den Samstag ist das freie Parken am Samstagnachmittag. Damit soll das Einkaufen in der Marienstadt attraktiver gemacht, zusätzliche Kunden sollen angezogen werden.

Um die Kosten für eine solche Initiative einzuschätzen, hatte ein Mitarbeiter im Auftrag der Stadt an zwei Samstagen genau ermittelt, welche Einnahmen es durchs Parken in der Zeit zwischen 12 und 18 Uhr gibt. Untersucht wurden die Parkplätze Peter-Plümpe-Platz, Antwerpener Platz und Basilikaparkplatz. 761,85 Euro pro Tag stellte die Kommune als Einnahme für den Samstagnachmittag fest. Hinzu kommen rund 200 Euro an Verwarngeldern durch die Politessen für Falschparker. "Insgesamt gehen wir daher von einem Einnahmeverlust von rund 50.000 Euro im Jahr aus, wenn der Samstagnachmittag kostenfrei wäre", erläutert Ludger Holla vom bauamt.

Die Entscheidung zu den Parkgebühren wird in der Ratssitzung am Dienstag, 24. Mai, fallen. Nach der Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss zeichnet sich eine Mehrheit für freies Parken am Samstagnachmittag ab. "Wir wollen diese Initiative unterstützen", sagt Paul Schaffers von der CDU, der gleichzeitig die Händler in die Pflicht nimmt. "Sie sind jetzt am Zug, die Öffnungszeiten am Samstag auch bis 18 Uhr auszuweiten", sagt er. Das sei auch Sichtweise der meisten Politiker. Daher geht man jetzt mit der Vorgabe in die Ratssitzung, dass es freien Parken dann geben soll, wenn 80 Prozent der Händler am Samstag auch bis 18 Uhr öffnen. "Wir wollen ein deutliches Zeichen von den Geschäftsleuten", sagt Schaffers.

Es gehe jetzt nicht darum, genau zu kontrollieren, ob später auch 80 Prozent geöffnet haben. Vielmehr sei das Signal der Händler nach außen wichtig, dass man selbst aktiv werde. Auch sollten nicht auf die Einnahmen verzichtet werden. Daher ist im Gespräch, die Parkgebühren an den anderen Tagen und am Samstagvormittag um zehn Prozent anzuheben. Dadurch können die 50.000 Euro kompensiert werden. "Klar ist, dass hier nichts verschenkt werden soll", sagt Schaffers. Wenn Gebühren für Vereine im Raum stünden könne es nicht angehen, dass die Stadt an anderer Stelle auf Einnahmen verzichtet. Nach einem Jahr soll Bilanz gezogen werden. Einmal soll geschaut werden, ob tatsächlich die Mehrheit der Geschäfte bis 18 Uhr geöffnet hat. Außerdem wird dann geschaut, ob die Frei-Parken-Initiative tatsächlich zusätzliche Kunden am Samstagnachmittag in die Stadt gelockt hat.

Wann das freie Parken genau startet, ist offen. "Ziel ist, dass das noch in diesem Jahr passiert. Aber jetzt sind die Händler am Zug, die deutlich erklären müssen, dass sie auch länger öffnen wollen", sagt Paul Schaffers.

Das Stadtmarketing hatte die Händler zu dem Thema "Lange Samstagsöffnung" angeschrieben und auch viel Rücklauf erhalten. Bislang schließen die meisten Geschäfte am Mittag. Manche Händler hätten erklärt, dass sie Samstag bis 18 Uhr öffnen würden, erläutert City-Managerin Nicole Wagener. Andere wollen nur bis 16 Uhr öffnen. Ein Teil ist aber offenbar nicht bereit, die Öffnungszeiten auszuweiten. Jetzt will man erst einmal die Entscheidung im Rat abwarten. Freies Parken wäre ein wichtiger Mosaikstein für den Samstag, so die City-Managerin. Gleichzeitig plane man Aktionen, um den Tag attraktiver zu machen. An diesem Samstag etwa findet die Eröffnung der Puppenspieltage statt.

Quelle: RP
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