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Kevelaer
Frisch gepresst: Apfelsaft aus Achterhoek

Kevelaer: Frisch gepresst: Apfelsaft aus Achterhoek
FOTO: Seybert Gerhard
Kevelaer. Erstmals wurde in dem kleinen Ort gemeinschaftlich Obst verflüssigt. Das Ergebnis der Premiere kann sich sehen lassen. 15 Familien wandelten 1,6 Tonnen Äpfel in 640 Liter Saft um. Das Tagewerk im Überblick. Von Bianca Mokwa

Es wird gearbeitet, das ist nicht zu überhören. Die Maschine röhrt noch einmal auf, kein Wunder, sie leistet einiges, immerhin muss sie ganze Äpfel schreddern. "Der Saft ist aber nichts für Vegetarier", sagt Fred Eickhoff mit einem Augenzwinkern. Es könnte sich ja auch ein Wurm eingeschummelt haben. Peter Becker winkt ab. "Wurm? Alles nur Proteine." Damit sich weder Wurm noch faule Stellen an den Äpfeln befinden, schauten die Frauen ganz genau hin. Eine davon ist Bettina Coenen, die mit Mann und Kindern mittendrin ist. Insgesamt 15 Familien beteiligten sich an der Premiere von "Achterhoek macht Apfelsaft". Bettina Coenen ist überzeugt: "Es schmeckt viel besser, wenn man Dinge selber macht, mindestens doppelt so gut."

Die Idee kam vor zwei Jahren bei einer Jahreshauptversammlung vom Verein Natur und Kultur im Achterhoek (NuK) auf. "Nichts verkommen lassen", lautete die Devise. Statt Äpfel unter Bäumen liegen zu lassen, soll der Apfel als Saft auf den Tisch kommen. Fred Eickhoff war von der Idee sofort begeistert. In der Vergangenheit hatte er die Äpfel seiner Obstwiese zur Mosterei gefahren. "Aber so ist es viel besser", sagt er und sieht auf das Treiben auf seinem Hof.

Nach dem Schreddern geht das "Apfelmus" in die 180-Liter-Presse. Erst mit menschlicher Kraft und dann mittels einer wassergefüllten Gummiblase wird der Saft gepresst. Die Gummiblase drückt den Saft durch die Löcher des Edelstahlbehälters. Was dabei herauskommt, erinnert zunächst an Bier, braun und schaumig. Es schmeckt aber süß, sehr frisch und vor allem nach Apfel. Über den Trester, die zerdrückten festen Bestandteile, freuen sich die Schweine, Hühner und anderes Vieh, erklärt Eickhoff. Um den Saft lagern zu können wird er bei 80 Grad in großen Einkochkesseln erhitzt. Der warme Saft wird in Folienbeutel gegossen, die mit einem Zapfhahn versehen sind. Ab in einen Karton und fertig. Aus 1,6 Tonnen Äpfeln werden so 640 Liter Apfelsaft. Davon profitieren auch die Senioren im Achterhoek, verrät Peter Becker. Die bekommen nämlich eine kleine Kostprobe in ihre St. Martinstüte. Becker lobt die Unterstützung durch die Landschaftspflege im Kreis Kleve (Likk), die die Presse für kleines Geld zur Verfügung stellt und neben dem Heimatverein Keppeln wertvolle Tipps gab.

Quelle: RP
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