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Kevelaer
Für Geschwister wird es nicht günstiger

Kevelaer: Für Geschwister wird es nicht günstiger
Geschwister haben auch im Kindergarten zusammen viel Spaß. In Kevelaer wird es dabei bleiben, dass für sie ein zusätzlicher Beitrag gezahlt werden muss. FOTO: Binn
Kevelaer. Auch wenn die endgültige Entscheidung im Rat noch aussteht, wird es wohl keine Änderung der Beiträge für Geschwister geben. Eltern sind enttäuscht. Von Sebastian Latzel

Eine junge Mutter von vier Kindern schüttelte nach der Sitzung nur noch den Kopf. "Ich bin unheimlich enttäuscht, diese Entscheidung kann ich nicht nachvollziehen", sagte sie. Kurz zuvor hatte der Jugendhilfeausschuss mit großer Mehrheit empfohlen, an der Geschwisterreglung für die Kindergartengebühren nichts zu ändern. Vorschlag war, die Beiträge um die Hälfte zu kürzen. Auch wenn der Rat noch entscheiden muss, ist kaum zu erwarten, dass die Politik hier noch umschwenkt.

"Für die Familien ist das ein fatales Signal", meinte die junge Frau. Kevelaer zeige sich nicht gerade kinderfreundlich.

In der Sitzung hatte es noch einmal eine rege Debatte über die Kindergartenbeiträge gegeben. Bislang muss in Kevelaer für jedes Geschwisterkind die Hälfte des normalen Beitrages entrichtet werde. Vorschlag der Verwaltung war, künftig nur noch 25 Prozent zu veranschlagen. Die Höhe richtet sich nach dem Bruttojahreseinkommen. Eltern, die 62.000 Euro verdienen, würden durch die neue Regelung 34 Euro im Monat sparen, wer 81.000 Euro verdient sogar 60 Euro.

Für die CDU machte Martin Brandts deutlich, dass man sich intensiv mit dem Antrag auseinandergesetzt habe. Obwohl die Kommune mit mehr Schlüsselzuweisungen rechnen könne, habe sich die Ausgabensituation drastisch erhöht. Auch daher solle man die bisherige Reglung beibehalten. Er verteidigte auch noch einmal die im vergangenen Jahr eingeführte neue Staffelung der Beiträge. Das habe zu mehr Gerechtigkeit geführt. "Es stimmt nicht, dass Kevelaer nicht kinderfreundlich ist", sagte Brandts. Man bewege sich bei den Beiträgen völlig im Rahmen. Für Geschwister müsste ja nur der halbe Beitrag gezahlt werden, zudem sei das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei.

Bürgermeister Dominik Pichler (SPD) hielt entgegen, dass das beitragsfreie Kindergartenjahr keine Idee der Stadt Kevelaer, sondern vom Land vorgegeben sei. "Und 50 Prozent Beitrag für Geschwisterkinder ist nichts Gutes. Bei den meisten Kommunen in der Umgebung sind die Geschwister frei", machte er deutlich. Auch der Kreis Kleve habe bereits erklärt, dass er nicht daran denke, an der Beitragsfreiheit für Geschwister in Einrichtungen seiner Zuständigkeit etwas zu ändern.

Der Vertreter des Jugendamts-Elternbeirates war einfach nur enttäuscht: "Wir hatten nach der letzten Sitzung eigentlich den Eindruck, dass wir hier auf einem guten Weg sind", sagte Dries Schreiber. Umso größer sei jetzt die Enttäuschung. Er mahnte in der Sitzung: "Sie sollte nicht vergessen, wie leicht es ist, in eine Nachbarkommune umzuziehen. Sie machen mit dieser Entscheidung einen großen Rückschritt."

Grüne und SPD stimmten für eine Änderung, FDP, CDU und KBV lehnten das mit ihrer Mehrheit ab.

Quelle: RP
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