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Tod eines Weltumseglers
"Ganze Familie war verrückt nach der See"

Tod eines Weltumseglers: "Ganze Familie war verrückt nach der See"
Auf dieser Yacht wurde die Leiche des Deutschen gefunden. FOTO: dpa, fm ks kno
Kevelaer. Der Tod des Seglers, der auf seiner Yacht vor der philippinischen Küste gefunden wurde, rückt den kleinen Ort Twisteden in den Fokus. Sogar Reporter der "Daily Mail" kamen. Von Sebastian Latzel

Der Fall hat weltweit für Aufsehen gesorgt. An der philippinischen Küste war, wie berichtet, die mumifizierte Leiche von Manfred B. in seiner Yacht entdeckt worden. Eine Nachricht, die auch den kleinen Ort Twisteden in den Fokus der Weltöffentlichkeit rückte. Denn die Familie des Weltumseglers hatte viele Jahre wenige Kilometer entfernt auf der anderen Seite der Grenze gewohnt, die Tochter in Twisteden die Schule besucht.

Reporter der britschen Boulevardzeitung "Daily Mail" waren für die Geschichte an den Niederrhein gekommen, um hier auf Spurensuche zu gehen. Am örtlichen Supermarkt befragten sie die Einheimischen, wollten wissen, wer die Familie kannte. Auch ein junger Mann, der zufällig im Supermarkt war, war von den Reportern angesprochen worden. Sie seien extra aus Berlin gekommen, um für die Geschichte in Twisteden zu recherchieren. Der junge Mann kannte die Familie, denn er war mit Tochter Nina zunächst gemeinsam in der Grundschule Twisteden und später auf der Realschule in Kevelaer. "Wir haben uns gut verstanden, ihre Freundin war meine beste Freundin", erzählt der 32-Jährige.

Die Familie hatte in Wanssum in den Niederlanden auf der Maas ein Hausboot. Das sorgte damals natürlich für Gesprächsstoff. Der Schulfreund erinnert sich noch genau daran, dass das Mädchen damals "Kapitän" als Berufswunsch in die Abschlusszeitung der Realschule schrieb. Dieser Wunsch ging wohl in Erfüllung. Er habe gehört, dass sie jetzt Schiffsführer eines Frachters sei. "Zur See zu fahren war immer ihr großer Wunsch", berichtet der Freund von früher. Die ganze Familie sei verrückt nach der See gewesen. Von zuhause habe Nina kaum etwas erzählt. Ihr Vater arbeitete außerhalb, die Mutter in einem Bekleidungsgeschäft in Kevelaer. Das war in den 90er Jahren.

Im Jahr 2000 machte Nina ihren Realschulabschluss. Danach verloren die Freunde sie aus den Augen. Einmal sei sie noch zu einem Ehemaligentreffen nach Kevelaer gekommen. Später habe man dann nichts mehr von ihr gehört, berichtet der Bekannte. Dass der Vater auf Weltreise gegangen war, hat daher hier kaum jemand mitbekommen.

Quelle: RP
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