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Kevelaer
Geheimnisvolle Jäger der Nacht begeistern Groß und Klein

Kevelaer. Die größte und kleinste heimische Eule - ein Uhu und ein Steinkauz - standen in natura Pate anlässlich der Ausstellungseröffnung im Kevelaerer Museum. Als Handaufzuchten durften sie unter Aufsicht der Falkner Klaus Immel und Werner Valentin sogar von den Kindern einmal am Gefieder gestreichelt werden. Danach öffneten sich die Türen in die Sonderausstellung "Mensch und Eule - Geheimnisvolle Jägerin der Nacht", zu der Landrat Wolfgang Spreen und Hausherr Dr. Burkhard Schwering eingeladen hatten. Von Monika Kriegel

Zuvor zeichneten beide Redner die so unterschiedliche Mensch-Tier-Verbindung zum nachtaktiven Vogel. Spreen zur Biologie: "Zunächst das Aussehen: Eulen können den Kopf bis zu 270 Grad drehen. Sie verschlafen den Tag und gehören zu den gefährdeten Arten." Im Reich der Sagen und Märchen kenne man sie als Unglücksbringer, auch Todesboten, als Begleiter von Zauberern und Hexen. Bestes Beispiel: die Harry-Potter-Bücher.

In der Symbolik gebe es dennoch Exempel für Kontroverse: die Eule als Wappenvogel und Glücksbringer. Wer kenne nicht den Spruch: Eulen nach Athen tragen für etwas, was schon vorhanden ist? Der Landrat verwies insbesondere auf die Workshops für Kinder in diesem Zusammenhang, für die sich beispielsweise Schulen in der Kreativwerkstatt anmelden können.

Beim Zusammenstellen der Exponate seien ihm viele Darstellungen aufgefallen. Die Eule in der Malerei findet sich in Werken von Michaelangelo, Dürer, Bosch, in der Moderne bei Picasso, Miro und Ernst wieder. Es gebe schließlich auch den Ausspruch "Klug wie eine Eule". Seine Recherche führe in eine 65 Millionen alte Darstellung des Vogels an einer Höhlenwand in Frankreich. Dass die Eulen als Dekoration und Schmuckobjekt wieder im Trend liegen, schloss Schwering daraus, dass sie im Handel als in Form von Türstoppern, Kerzenhalter, Gartendekoration oder Schmuckanhänger zu kaufen seien.

In der Sammlung selber hatte die kleine Sophie gleich den Platz vor dem Multimedia-Bereich eingenommen. Die Grundschülerin überprüfte per Knopfdruck immer wieder die zehn Rufe von verschiedenen Arten. Es gab thematische Darstellungen aus der Zeit des Mittelalters, der Antike und Renaissance, in der der nachtaktive Vogel - mitunter mystisch - bedacht wurde. Die Jagd mit dem Uhu, die Hüttenjagd, erklären Schautafeln. In den Vitrinen hängen Exoten aus aller Welt als Präparate wie zum Beispiel die Kreischeule, der Brillenkauz, der Kapuhu und der Fischuhu.

Wer mehr über die "geheimnisvolle Jägerin der Nacht" erfahren möchte, kann die Ausstellung im Kevelaerer Museum bis zum Sonntag, 15. November, besuchen. Täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr.

Quelle: RP
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