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Big Challenge in Kevelaer
Gemeinsam sportlich gegen den Krebs

Sportlich gegen Krebs: Radrennen der Big Challenge in Kevelaer
Sportlich gegen Krebs: Radrennen der Big Challenge in Kevelaer FOTO: Thomas Binn
Winnekendonk. Der Spendenmarathon "Big Challenge" sammelte für die deutsche Krebshilfe. Durch zahlreiche Sponsoren kamen bereits weit über 180.000 Euro zusammen. Es gab Teilnehmer aus allen Bundesländern. Von Christoph Kellerbach

"Es gibt so viele Menschen, die Hilfe und schlicht Jemanden brauchen, der da ist. Da muss man die Leute sensibilisieren. Wenn man etwa gerade aktuell durch eine Onkologie läuft und in die Zimmer schaut, da gibt es ganz viele Menschen, die allein gelassen sind. Dabei muss man doch Leuten beistehen und helfen und das ist nicht nur auf den Krebs bezogen." Landwirt Georg Biedemann ist nicht nur Landwirt und der Initiator der deutschen Version der "Big Challenge"-Krebshilfe, sondern vor allem eines: leidenschaftlich. "Ein Lächeln tut nicht weh und helfen kostet nichts."

Die insgesamt 230 angetretenen Fahrradfahrer und Läufer sind dafür ein perfektes Beispiel. Diese müssen nämlich pro Person bis zum 30. August mindestens 500 Euro an Sponsorengeldern abgeliefert haben, aber häufig übersteigen die Spenden dieses Ziel sogar bereits jetzt bei weitem. Dabei haben zahlreiche antretende Sportler auch selbst eine ganz eigene Verbindung zum Thema Krebs. Rüdiger Kerner aus Kevelaer hat seine Frau an die Krankheit verloren. Gemeinsam mit drei Freunden trat er am vergangenen Samstag in Winnekendonk an, um die exakt 44,6 Kilometer lange Strecke von der Sonsbecker Schweiz nach Xanten und wieder zurück zu bewältigen.

Und beim Fahren musste an diesem Tag niemand alleine bleiben. So standen immer wieder Leute an der Strecke und feuerten die Teilnehmer an und verteilten kleine Snacks oder Getränke zur Erfrischung. "In Labbeck wurde uns sogar Eierlikör angeboten", schmunzelte die durchtrainierte Maria Hendricks, welche zusammen mit zwei Freundinnen den ganzen Weg zu Fuß erledigt hatte. "Jetzt werde ich den Weg noch einmal mit dem Fahrrad fahren, um die Beine etwas zu entspannen."

Aber nicht nur geübte Profis traten an diesem Tag an, auch Untrainierte gingen an ihre Grenzen und darüber hinaus. "‘Aufgeben kommt nicht in Frage‘ ist ja das Hauptmotto, das mich angesprochen hat", verriet Landwirt Helmut Zanders aus Wankum. "Dabei ist die Gemeinschaft ganz wichtig. Allein hätte ich mit Sicherheit nicht so viele Runden geschafft, aber das ist ja der Kern der Sache." War es schwer so viel Sponsorengeld zu sammeln? "Ganz im Gegenteil, ich war selber überrascht", erklärte Rachel Fischer aus Achterhoek. "Ich habe die 'Big Challenge‘ meiner Stallgemeinschaft und meinen Kollegen vorgestellt und alle waren direkt ganz hilfsbereit." Das ist "genau das, was wir erreichen wollten", erklärte Biedemann, dessen Vater letztes Jahr im August an Krebs starb. "Durch das Sammeln setzt man sich mit Leuten auseinander, konfrontiert und sensibilisiert sie." Vor Ort in Winnekendonk geschah dies ebenfalls. Dort gab es nicht nur Live-Musik, ein Ferkelrennen und verschiedene Aktionen für die Kleinen, sondern neben einem Gedenk- und Ruhezelt, um im Gedanken wieder Kraft zu schöpfen, auch noch zahlreiche Informationsstände.

Am Ende des Tages lobte Kevelaers Bürgermeister Dr. Axel Stibi diese "ganze großartige Aktion. Es gibt wohl kein größeres Kompliment, als dass jetzt bereits fest steht, dass es nächstes Jahr am 20.6. weitergeht." Bereits am Vormittag war klar, dass mit weit über 180.000 Euro gesammelten Spenden die selbstgesetzten Ziele der Initiatoren weit übertroffen worden waren. In seiner abschließenden Rede fand Biedemann "kaum noch Worte. Ein unendlicher Dank geht an alle Helfer, die heute bereits um 3 Uhr morgens aufgestanden sind. Zusammen haben wir Vieles geschafft, was andere für Unmöglich gehalten haben."

 
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