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Kevelaer
Gesamtschule problemlos gestartet

Kevelaer: Gesamtschule problemlos gestartet
Michael Cuypers, kommissarischer Schulleiter der Gesamtschule Kevelaer-Weeze. FOTO: Thomas Binn
Kevelaer. Die ersten Quartalsnoten hat es schon gegeben, Elterngespräche stehen in Kevelaer und Weeze an. Weitgehend ohne Probleme funktioniert die Inklusion, sagt der Schulleiter. Lange Tage manchmal für Schüler und Lehrer schwierig. Von Anja Settnik

/ weeze Rund 100 Tage nach dem Start der Gesamtschule Kevelaer-Weeze ist (der immer noch kommissarische) Schulleiter Michael Cuypers mitten in der neuen Schulform angekommen. Er hat sich daran gewöhnt, "nur mit Zehnjährigen" umzugehen, wie er schmunzelnd sagt, und damit, dass es Klassenräume gibt, an denen nicht nur 5 a bis c, sondern sogar 5 g oder 5 h steht. Denn die Schule, die für Fünftklässler aus Kevelaer und Weeze schon jetzt die einzige Alternative zum Gymnasium darstellt, hat acht Parallelklassen, von denen zwei in Weeze angesiedelt sind. Die ersten Quartalsnoten hat es schon gegeben - eine Besonderheit an Gesamtschulen.

Sie soll eine Schule längeren gemeinsamen Lernens sein, Schüler jeden Lernniveaus sind willkommen. Cuypers macht sich nichts vor: Wo es künftig keine Hauptschule mehr geben wird, lässt sich die erwünschte Drittel-Regelung, nach der die Kinder zu gleichen Teilen Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialniveau haben, kaum erreichen. Die Gesamtschule kann kein Kind "nach unten abgeben" und will das auch nicht. "Dennoch bin ich aus den Erfahrungen meines eigenen Unterrichts und aus dem, was die Kollegen berichten, sicher, dass wir auch eine ganze Reihe Schüler haben, die eines Tages Abitur machen werden", betont Cuypers. Seine Schüler haben dazu bekanntlich - anders als am Gymnasium - weiterhin neun statt acht Jahre Zeit. Wenn in den kommenden Tagen nach den Quartalsnoten Elterngespräche stattfinden, wird es erste Signale geben: Ab Klasse sechs ist die zweite Fremdsprache möglich - Französisch oder Niederländisch. Aber wer keine besonderen sprachlichen Talente hat, hat sie vielleicht in Mathematik, anderen Naturwissenschaften oder im musischen Bereich. Echte Leistungsdifferenzierung gibt es erst ab der siebten Klasse. Dann wird's aber auch schnell ernst: Wer die Qualifikation für die Oberstufe erreichen will, brauchte eine bestimmte Anzahl Erweiterungs-, statt nur Grundkurse. Bei den Fünftklässlern jedoch ist noch alles drin, auch die Förderkinder werden unauffällig betreut. "Ich glaube, dass viele Kinder gar nicht wissen, wer in ihrer Klasse einen Förderbedarf hat", meint Cuypers. Genau so soll es sein bei der Inklusion: Jeder wird nach seinen Fähigkeiten individuell unterstützt.

So lange die Anzahl der Schüler noch vergleichsweise klein ist, müssen die Lehrer zwischen Kevelaer und Weeze viel pendeln, das ist unbeliebt, aber nicht zu ändern. Ebenfalls nicht schön: An den drei "langen" Tagen haben die Fünftklässler auch nachmittags zum Teil noch Hauptfächer. "Da müssen die Kollegen sich ganz schön anstrengen, um die Kinder bei der Stange zu halten", weiß der Schulleiter. Gut, dass es die Mensa gibt, die sehr gut angenommen werde und den Schülern in der Mittagzeit neue Power geb.

Die Anmeldephase zum Schuljahr 2015/2016 ist Anfang Februar.

Quelle: RP
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