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Kevelaer
Goch feiert 25 Jahre Kastell und Museum

Kevelaer: Goch feiert 25 Jahre Kastell und Museum
FOTO: Graupner
Kevelaer. Als fröhlichen Abend mit Musik, Getränken und leckeren Häppchen begeht die Stadt den kulturellen Doppel-Geburtstag. Jeder Bürger soll sich angesprochen fühlen, dabei zu sein. Bocholter Musikschule sorgt für Unterhaltung. Von Anja Settnik

Wenn ein prominenter runder Geburtstag zu feiern ist, drohen langwierige Begrüßungen und Reden. Bei einem Geburtstagskind, das gerade mal 25 Jahre alt wird, darf es etwas weniger formell zugehen. Da kommt man, wie man gerade ist, bringt gute Laune mit und freut sich auf ein paar Gläschen unter Freunden. So handhabt es auch die Stadt Goch, die für Freitag, 26. August, alle Bürger einlädt, bei hoffentlich schönem Wetter im Museumsgarten auf Kastell und Museum anzustoßen. Diese beiden Einrichtungen werden nämlich 25 Jahre alt. Entstanden sind sie aus dem alten Amtsgericht, das fürs Museum umgebaut wurde. Das benachbarte Veranstaltungshaus wiederum kam in einem Neubau unter. Beides ist aus dem heutigen Goch nicht mehr wegzudenken.

"Wir feiern eine Party, kein steifes Jubiläum", erklärt Museumsdirektor Dr. Stephan Mann. Das Nebeneinander von einem Haus für Ausstellungen und einem für Aufführungen und Kongresse habe sich als sehr gut herausgestellt. Er selbst sei ja damals noch nicht am Niederrhein gewesen, erinnert Mann, aber die Entscheidung der damals Verantwortlichen sei eine kluge gewesen. Bildende Kunst, Theater, Konzerte und Veranstaltungen so nahe beieinander präsentieren zu können, sei "ein Glücksfall", den nur wenige Städte so realisiert hätten.

Zur Erinnerung: Es gab auch die Überlegung, das Museum im Langenbergzentrum unterzubringen. Aber dessen Räumlichkeiten, die bekanntlich von der Volkshochschule genutzt werden, wären für ein modernes Haus der Kunst kaum geeignet gewesen - dann hätte Goch heute, wie so viele andere Kleinstädte, ein kulturhistorisches oder stadtgeschichtliches Museum.

"Wir haben viele Schnittstellen zwischen Museum und Kastell, nicht zuletzt der innenliegende Museumsgarten zur Niers hin ist für beide sehr wertvoll", betont Mann. Deshalb soll - bei geplant prächtigem Wetter, notfalls drinnen - eben dort gefeiert werden. Eine "Bürgerparty" mit freiem Eintritt ist geplant. Es wird Führungen durch Museum und Kastell geben - auch hinter und unter die Bühne, um die Veranstaltungstechnik kennenzulernen.

"Es werden Getränke und leckeres Essen angeboten, außerdem gibt es ab 19 Uhr ein ,Sofa-Konzert'", erzählt Hermann-Josef-Kleinen, der Leiter der Kultourbühne, bei der das Kastell angesiedelt ist. Marco Launert, der in Bocholt eine Rock-Musikschule unterhält, hat dafür verschiedene Künstler ausgesucht, die jeweils mehrere Lieder und Instrumentalstücke anstimmen werden. Wie viele das sein werden, soll nicht zuletzt vom Interesse der Zuhörer und natürlich von der Lust der Akteure abhängen. "Ganz spontan und unfeierlich soll's sein, zwischendurch muss Raum bleiben für Gespräche", so Kleinen. Das Sofa, das der Reihe den Namen gibt, hat Launert schon häufiger eingesetzt und wird wohl ab morgen bei der Volksbank in Goch ausgestellt, wo es für den schönen Abend werben soll. Wie fast immer wird bei der Veranstaltung auch an die Familien gedacht. Mitkommende Kinder werden ein Kreativangebot vorfinden.

"Alle Gocher sollen sich an dem Abend freuen, wir wollen alles vermeiden, was die Menschen davon abhalten könnte, zu uns zu kommen", sagt Stephan Mann. Wer sich wohl gefühlt habe, komme vielleicht einmal wieder, um das Forum für Gegenwartskunst, als das sich das Haus versteht, besser kennenzulernen. Rund 10- bis 12.000 Besucher, davon die Hälfte Schüler, besuchen pro Jahr eine der Ausstellungen. Kinder und Jugendliche werden museumspädagogisch begleitet, für sie gibt es regelmäßig eigene "kids' openings". Das jährliche Museumsfest, unabhängig vom Jubiläum, findet diesmal am 5. November statt.

Quelle: RP
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