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Kevelaer
Gocher Rocker an Schlägerei in Erkrath beteiligt

Kevelaer. Bei einer Massenschlägerei zwischen zwei verfeindeten libanesischen Großfamilien in Erkrath waren auch Motorradrocker beteiligt. Mindestens einer von ihnen soll aus Goch stammen. Von Martin Passlack

Goch/erkrath Von einer ungeahnten Dimension der Gewalt ist im Zusammenhang mit der Schlägerei im Kreis Mettmann die Rede. Am Mittwochabend war es vor einem Eiscafé am Hochdahler Markt in Erkrath zwischen zwei Mitgliedern zweier verfeindeter libanesischer Großfamilien zu einem Streit um einen Parkplatz gekommen. Binnen weniger Minuten kam es zu Handgreiflichkeiten, und nachdem weitere Familienmitglieder aus dem Eiscafé und einem benachbarten Internetcafé hinzugeeilt waren, kam es zu einer Massenschlägerei. Als die von Anwohnern alarmierten Polizeikräfte eintrafen, sahen sie sich bis zu 40 gewaltbereiten und aggressiven Personen gegenüber. Beim Versuch, die Gruppen zu trennen, wurden "zwei Beamte und eine Frau mit Faustschlägen und auch mit Gegenständen im Gesicht verletzt", so Ulrich Löhe, Pressesprecher der örtlichen Kreispolizei. Erst nachdem eine Einheit der Bereitschaftspolizei, die zufällig in der Nähe war, den Tatort erreichte, flohen die Konfliktparteien, ohne dass es zu Festnahmen kommen konnte.

Nach Angaben der zuständigen Kreispolizei Mettmann hätten sich innerhalb der beiden libanesischen Familien auch Mitglieder der Hells Angels befunden. Löhe: "Es sollen entsprechende Abzeichen erkannt worden sein. Es handelt sich offensichtlich um Mitglieder des Chapters in Goch." Tags darauf äußerte er sich auf RP-Nachfrage konkreter: "Einer der Beteiligten ist Beamten und Zeugen vielfach persönlich bekannt, und er stammt aus Goch."

Bereits im März hatte es in Mettmann einen Sondereinsatz der Polizei gegeben, bei dem es um ein Rockertreffen ging. Damals hatten sich laut Polizeimeldung "eine größere Anzahl von Mitgliedern des Hells Angels Motorcycle Club (HAMC) Goch in einer Bar im Hochdahler Stadtgebiet" treffen wollen. Die Folge waren umfangreiche Personen- und Fahrzeugkontrollen.

Dennoch verwundert die Tatsache, dass der Mettmanner Polizeisprecher jetzt von einem "Gocher Chapter", beziehungsweise Charter, also einer Ortsgruppe spricht.

Im November des Jahres 2014 hatte die Staatsanwaltschaft Kleve bestätigt, dass die Hells Angels zum damaligen Zeitpunkt in der Stadt Goch aktiv waren. Sieben Rocker waren festgenommen worden, unter den Inhaftierten waren zwei führende Mitglieder des Gocher-Hells-Angels-Clubs. Ein Szene-Kenner hatte deswegen gefolgert: "Damit ist das Ding für die Hells Angels in Goch gelaufen." Das sah auch eine Polizeisprecherin so: "Die Inhaftierungen beeinträchtigen das Gocher Charter."

In dieselbe Richtung gehen die gestrigen Aussagen des Pressesprechers der Kreispolizei, Manfred Jakobi: "Auf einer im Internet einsehbaren Karte der Hells Angels ist durchaus zu sehen, dass Goch mit einem Fähnchen markiert und somit ein Chapter aufgeführt ist. Fakt ist aber auch, dass es laut unserem Kenntnisstand hier keinen offiziellen Treffpunkt oder ein Clubhaus gibt." Dass sein Amtskollege aus Mettmann so deutlich von Gocher Hells Angels gesprochen habe, erklärte Jakobi wie folgt: "Natürlich gibt es Mitglieder der Hells Angels, die hier im Kreis wohnen, das ist uns auch bekannt." Feste Strukturen gebe es vor Ort aber keine. Jakobi über das mögliche Gocher Chapter: "Bei uns ist es nicht."

Quelle: RP
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