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Kevelaer
Großer Tag für Briefmarkensammler

Kevelaer: Großer Tag für Briefmarkensammler
Der Saal des Kevelaerer Bühnenhauses war mal wieder ein beliebter Treffpunkt für Philatelisten aus ganz Deutschland. Sie haben den Termin am Ostermontag immer vorgemerkt. FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Kevelaer. Mit zwölf Händlern aus ganz Deutschland und über 250 Besuchern war der "46. Grenzlandtauschtag" der Philatelisten in Kevelaer mal wieder ein voller Erfolg. Es gab viele seltene Marken und Briefe zu entdecken. Von Christoph Kellerbach

Im Saal des Bühnenhauses herrschte am Ostermontag ein geschäftiges Treiben. Viele Philatelisten saßen an Tischen und wälzten große Bücher voller Marken, Stempeln und Ansichtskarten zu den verschiedensten Themen. Um sie herum standen insgesamt zwölf verschiedene Händler aus ganz Deutschland, die ihre seltenen Waren anboten. Kein Wunder, denn der "46. Grenzlandtauschtag" ist mit Abstand das größte Event weit über die Region hinaus, wenn es ums Briefmarkensammeln geht. Über 250 Leute waren wieder vor Ort, um in den reichhaltigen Angeboten zu stöbern und um sich mit anderen Sammlern zu treffen. "Denn oft verabreden sich viele Philatelisten, um sich an solchen Tagen dann auszutauschen", erklärte Helmut Schraets (67), der Pressesprecher der "Briefmarkensammler Kevelaer" (BVS), welche zusammen mit den "Jungen Briefmarkenfreunden Kevelaer" das Ereignis auf die Beine gestellt haben.

Bei aller Freude ob des jährlichen Treffens schwang aber auch etwas Melancholie mit. Denn nach und nach sterben die Briefmarkenfreunde aus, ohne dass eine neue Generation nachwächst. Denn trotz des Vereinsnamens der "Jungen Briefmarkenfreunde" gibt es dort eigentlich nur zwei wirkliche Mitglieder. Rainer Peltzer (38) ist der Leiter der Gruppe und ist Motivsammler. Ihm liegen christliche Bilder am Herz, die Verknüpfungen zur Kirchengeschichte bieten. Er wünscht sich neues Interesse für die Philatelisten, denn dort wartet "eine schöne Gemeinschaft auf die Leute. Und das Hobby bietet eine Vielfalt, die einfach für jeden Geschmack das Richtige hat." Doch in den Zeiten von E-Mail und WhatsApp kommt die aktuelle Generation von Jugendlichen eben kaum mehr mit Briefmarken und Co. in Kontakt.

"Leider ist es ebenfalls so, dass das Herz der Post nicht mehr für die Sammler schlägt", so Schraets, "denn viele Firmen versuchen aktuell leider überall die sinkenden Zahlen durch deutlich mehr Motive als vorher auszugleichen". Aber auf jeden Fall haben die noch aktiven Philatelisten ihren Spaß bei ihrer geschichtsträchtigen Tausch- und Sammelleidenschaft.

Helmut Leurs (63), der Vorsitzende der "BVS", freute sich zum Beispiel extrem, als er bei einem der Händler etwas entdeckte, das er schon so lange suchte: "Das Herzstück von Block 2 aus dem Deutschen Reich mit den Motiven von Elisabeth von Thüringen, als Marken auf Brief von 1934. Nach diesem habe ich jetzt gut viereinhalb Jahre gesucht und weiß nicht so recht, wie ich meiner Frau diesen Kauf klar machen soll." Warum? "Weil dieser 975 Euro gekostet hat, während der angesetzte Preis sogar 1200 Euro war", so Leurs.

Er weiß halt, dass Geschichte seinen Preis hat.

Quelle: RP
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