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Kevelaer
Grünfläche auf dem Prüfstand

Kevelaer: Grünfläche auf dem Prüfstand
Die Fläche im Bereich Beethovenring /Schubertstraße. RP-Foto: Evers FOTO: Evers Gottfried
Kevelaer. Mit Unterschriften und Bürgerantrag protestieren Anwohner der Schubertstraße gegen die Bebauung der dortigen Grünfläche. Der Ausschuss wies den Antrag ab. Von Sebastian Latzel

Es war eine Diskussion, die zwar emotional war, aber sachlich blieb, was auch der Bürgermeister ausdrücklich lobte. Wie sehr den Bürgern das Thema unter den Nägeln brennt, zeigte die Tatsache, dass die Anfragen der Bürger fast eine Stunde dauerten. Anwohner von Beethovenring und Schubertstraße hatten in einem Bürgerantrag gefordert, auf eine Bebauung der Grünfläche zu verzichten. Wie berichtet, gehört die Fläche dort zum Konzept für bezahlbaren Wohnraum und Wohnungen für Flüchtlinge. Die Verwaltung hat die Fläche der Gelderner Wohnungsbaugenossenschaft (GWS) angeboten. Die GWS soll prüfen, ob sich hier ein Objekt für bezahlbaren Wohnraum realisieren lässt. Die Anwohner kritisieren, dass eine Spielfläche für die Kinder verloren geht. Die Anlage sei ein Treffpunkt, ein echter Mehrgenerationenplatz mit Baumbestand, der erhalten werden solle. Betont wurde mehrfach, dass es nicht darum gehe, dass man bestimmte Leute nicht dort haben wolle. Auch die Politik diskutierte anschließend angeregt. CDU und FDP wollten dem Bürgerantrag zustimmen, KBV, SPD (samt Bürgermeister) und Grüne votierten dagegen. Mit knapper Mehrheit von elf zu neun Stimmen lehnte der Ausschuss den Bürgerantrag ab. Zuvor gab es viele Fragen.

Was ist auf der Fläche geplant? Das ist noch völlig offen. Ziel der Verwaltung ist, dass hier ein Objekt entsteht (Mehrfamilienhaus, Doppelhäuser, Reihenhäuser), in dem Wohnungen für einen bezahlbaren Preis angeboten werden können. Solche Wohnungen seien in Kevelaer Mangelware.Vorbild für die Verwaltung ist ein Projekt aus Nettetal, bei dem ein Haus günstig in Fertigbauweise errichtet wurde. So kam man auf die Fläche. Diese ist im Besitz der Stadt.

Werner Hax hatte den Bürgerantrag eingereicht, mehr als 100 Anwohner hatten diesen unterschrieben. Im Ausschuss erläuterte er den Antrag den Politikern. FOTO: Latzel

Wie hängen das Flüchtlingskonzept und sozialer Wohnungsbau zusammen? Hintergrund ist ein Konzept zur dezentralen Unterbringung der Geflüchteten. Diese sollen in Wohnungen ziehen. Allerdings fehlt bezahlbarer Wohnraum. Hintergrund ist auch die Überlegung, dass es durch neue günstige Wohnungen, zu einer Umverteilung der Mieter komme. dadurch würden Wohnungen frei, die für Asylbewerber genutzt werden können. Konkret bedeutet das: Es steht gar nicht fest, ob an die Schubertstraße ein Haus mit Flüchtlingen kommt.

Was ist mit Alternativen (gefragt wurde konkret nach leerstehenden Häuser an der Marktstraße und der Fläche auf der Hüls)? In der Marktstraße sei das Problem, dass Wohnungen geräumt werden mussten, weil die Gebäude marode sind. Sie seien dringend sanierungsbedürftig. Würde die Stadt das selbst übernehmen, wären die Kosten so hoch, dass dort eben kein bezahlbarer Wohnraum angeboten werden könnte. Beim Projekt auf der Hüls werde tatsächlich geprüft, ob dort auch bezahlbare Wohnungen entstehen könnten.

Wird die Straße später verbreitert, kann der Kanal die zusätzlichen Kapazitäten nach einer Bebauung fassen? Es gebe keinen Grund, die Straße zu verbreitern, nach Auskunft der Stadtwerke sei der Kanal ausreichend bemessen. Völlig unabhängig von den Planungen auf der Grünfläche stehe die Sanierung des Kanals dort bereits im Finanzplan. Anwohner wiesen darauf hin, dass nach dem Starkregen Wasser vor der Tür gestanden habe. Die Verwaltung wies darauf hin, dass das ein Ausnahmeereignis gewesen sei. Auch viele andere Keller seien vollgelaufen.

Wie geht es weiter? Der Bürgerantrag ist abgelehnt. Die Verwaltung wartet jetzt darauf, welche Vorschläge die GWS für die Fläche hat. Der Rat muss dann einem Kauf noch zustimmen, auch über den Bauantrag würde noch diskutiert.

Quelle: RP
 
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