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Kevelaer
Händler werben für langen Samstag

Kevelaer: Händler werben für langen Samstag
Im Schuhgeschäft Suzanne Köhler, hier Heike Havrylyschyn, ist man mit den Umsätzen durch die längere Öffnung am Samstag zufrieden. Die lagen sogar über den Erwartungen. FOTO: Seybert
Kevelaer. Der Rat hat beschlossen, dass am Samstagnachmittag kostenfrei geparkt werden kann, wenn 80 Prozent der Geschäfte bis 18 Uhr öffnen. Bei einer Umfrage in der City zeigte sich, dass die Initiative positiv gesehen wird. Von Dana Gossens

Längere Öffnungszeiten am Samstag und dafür keine Parkgebühren. So stellt sich der Stadtrat von Kevelaer das neue Konzept vor. Das ist auch als Ausgleich dafür gedacht, dass viele Geschäfte sonntags nicht mehr öffnen dürfen. Für das freie Parken am Samstagnachmittag müssten sich jedoch 80 Prozent der Geschäfte aus der Innenstadt dazu bereiterklären, am Samstag bis 18 Uhr zu öffnen. Nur dann würde es etwas bringen, die Parkgebühren am Samstag entfallen zu lassen.

Einige Händler finden großes Gefallen an der Idee. "Aufgrund der Tatsache, dass der lange Samstag in Erwägung gezogen wurde, habe ich eine E-Mail an verschiedene Geschäftsleute geschickt, dass wir das auf jeden Fall tun sollten. Deswegen haben wir schon seit Anfang Mai samstags bis 18 Uhr geöffnet. Wir haben davon gehört und fanden die Idee super", berichtet Theo Ingelmann, Inhaber des Schuhgeschäfts Suzanne Köhler. ,,Was wir nicht erwartet hatten war, dass das Angebot sehr gut angenommen wird. Wir hatten in der Zeit sehr gute Umsätze, die über unseren Erwartungen lagen", fügt Ingelmann hinzu.

Sabine Passing findet, dass alle Geschäfte bei der Aktion mitmachen sollen. FOTO: Seybert Gerhard

Und auch Josi Moeslaegen von der Metzgerei Moeslaegen sieht dem Beschluss positiv entgegen. "Bis auf unsere Frischetheke haben wir generell schon bis 18 Uhr geöffnet, auch samstags. Aber wir wären dann auch flexibel genug, diese länger zu öffnen. Bis jetzt waren die Straßen nur leider ab 16 Uhr leer", erzählt sie.

Auch Sabine Passing, Mitarbeiterin bei Bayen-Lederwaren findet, dass alle Geschäfte mitmachen sollten. "Wir haben samstags sowieso schon bis 17 Uhr auf. Wir schauen dann immer, wie viel los ist und manchmal wird es dann auch halb sechs oder sechs, wenn wir schließen."

Jutta Wirth hofft, dass die Kollegen mitziehen. FOTO: Seybert Gerhard

Ebenso positiv sieht die Sache Jutta Wirth, Verkäuferin bei Ava Woman. "Dadurch, dass am Sonntag nun geschlossen ist, bietet sich das an. Wir hatten immer schon bis 17 Uhr geöffnet, jetzt halt noch eine Stunde länger. Das bietet sich doch an für die Kunden. Ich hoffe, dass viele Kollegen mitziehen."

Viele Geschäftsleute wären also bereit für längere Öffnungszeiten oder haben sogar schon bis 18 Uhr offen. Doch es gibt auch zweifelnde Stimmen. "Ich denke nicht, dass dadurch ein Mehrwert zu erkennen ist", meint Dirk Winkels, Geschäftsinhaber von Mutter & Kind. "Wir werden da eher nicht mitmachen. Wir haben schon seit vielen Jahren bis 16 Uhr geöffnet und wir werden wohl auch dabei bleiben." Für Bürgermeister Dominik Pichler sei es leicht, zu sagen, dass man frei parken könne, wenn die Händler länger öffnen. "Aber ich denke nicht, dass das möglich ist, denn viele Geschäfte sind noch inhabergeführt. Das freie Parken ist ein tolles Angebot der Stadt, es wird aber nicht mehr Besucher anlocken. Man hätte vielleicht erst einmal erreichen sollen, dass alle Händler bis 16 Uhr öffnen, anstatt direkt zu erwarten, dass man bis 18 Uhr öffnet. Das ist schade." Und so bleibt nur abzuwarten, wie sich die Geschäftsleute schlussendlich entscheiden. Wie berichtet, will die Verwaltung alle Einzelhändler dazu noch einmal befragen.

Quelle: RP
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