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Kevelaer
Halle für Flüchtlinge im Industriegebiet

Kevelaer: Halle für Flüchtlinge im Industriegebiet
Die 500 Quadratmeter große Halle der Firma Butzon & Bercker steht seit einiger Zeit leer. Jetzt werden dort 25 Flüchtlinge untergebracht. FOTO: Olaf Ostermann
Kevelaer. Die Turnhallen in Kervenheim und auf der Kevelaerer Kroatenstraße werden wieder ihren ursprünglichen Zweck erfüllen. Um die rund 50 Flüchtlinge unterzubringen, gibt es nun eine weitere Übergangslösung am Hoogeweg 100. Von Christoph Kellerbach

Es kommen Woche für Woche immer neue Flüchtlinge in die Marienstadt, und diese müssen natürlich versorgt werden. Aktuell gibt es 286, und nun sind noch einmal neun weitere Obdachsuchende eingeplant, so dass etwa rund 300 Hilfs- und Wohnungsbedüftige einen Platz zum Leben und Schlafen im Kevelaerer Raum brauchen.

Bislang sind diese Menschen in verschiedenen Objekten untergebracht. Die zwei Turnhallen in Kervenheim und in Kevelaer an der Kroatenstraße beherbergen dabei jeweils 25 Personen. Die Zielsetzung war von Anfang an, diese Sporthallen so schnell wie möglich wieder ihrem ursprünglichen Zweck zuzuführen. Nur bleibt natürlich die Frage: Wohin mit den insgesamt 50 Flüchtlingen?

Klaus Rossmann vom Ordnungsamt der Stadt Kevelaer inspiziert vor Ort einen neuen Kühlschrank. FOTO: Ostermann, Olaf (oo)

Eine Möglichkeit hat sich nun am Hoogeweg 100 ergeben. Dort stand nämlich eine Halle der Firma Butzon & Bercker seit einiger Zeit leer. 500 Quadratmeter ist sie groß. Stadtwerke und Ordnungsamt sorgen dafür, dass jetzt die 25 bislang in der Kervenheimer Turnhalle untergebrachten Hilfesuchenden dorthin umgelagert werden. Die momentanen Bewohner von der Kroatenstraße sollen folgen.

Ebenfalls müssen noch die Betten aus den Sporthallen zum Hoogeweg gebracht werden, bis schließlich alle Flüchtlinge umziehen können. Insgesamt ist erst einmal ein Wohnraum für 60 Personen am Hoogeweg 100 geplant. Drei Spülbecken, zwei Doppelplatten-Transport-Herde, ein Kühlschrank und eine Küchenzeile waren bereits bei der Besichtigung der Örtlichkeit am Mittwochmittag in den Aufenthalts- und Kochraum gestellt worden. Über diesen kann auch eine Toilette mit angeschlossenem Duschraum erreicht werden. Aber auch von der 500 Quadratmeter großen Schlafhalle aus können getrennte Toiletten für Männer und Frauen erreicht werden. Vor dem eigentlichen Haus am Hoogeweg ist ein Bereich mit Zäunen abgetrennt worden, der als weiterer Aufenthaltsbereich unter freiem Himmel geplant ist, damit die Hilfesuchenden etwas Freiraum in ihrer Bewegung haben.

Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen FOTO: RP

Bei der Besichtigung vor Ort wurde von der Stadtverwaltung erklärt, dass auch dieses Objekt nur als Übergangslösung gedacht ist, bis andere, geeignetere Orte gefunden werden. Am Donnerstag, 17. September, werden im Haupt- und Finanzausschuss weitere Konzepte vorgestellt und längerfristige Möglichkeiten diskutiert.

Ob jenseits der zuerst angedachten 60 Personen noch weitere Obdachsuchende am Hoogeweg einquartiert werden, ist noch nicht klar. "Wir müssen noch sehen, was sich ergibt", sagte Klaus Rossmann vom Ordnungsamt. "Da muss mit einer gewissen Spontanität gearbeitet werden, denn wir wollen ja, dass die Leute ein Dach über dem Kopf haben", sagt er. "Und diese Halle ist auf jeden Fall deutlich besser als eine Lösung mit Zeltlagern oder ähnlichem."

Quelle: RP
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