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Kevelaer
Hauptstraße: FDP kritisiert Zeitdruck

Kevelaer. Die Politik hat sich auf einen Entwurf für die Neugestaltung der Hauptstraße festgelegt. Ausgewählt wurde Variante 2, bei der das rote Pflaster durch einen grauen Streifen abgesetzt wird. Für die Liberalen ist die Sache nicht ausgereift genug. Von Sebastian Latzel

Ein Bürgermeister kann es nie allen Recht machen. Das hat Dominik Pichler im knappen Jahr seiner Amtszeit gemerkt. So war ihm auch bewusst, dass es nach der Entscheidung zur Hauptstraße eine Reihe von Leuten geben wird, die mit dem Planungsentwurf nicht einverstanden sein werden. "Es gibt hier die drei Gruppen: Die eine will, dass die Straße im Grunde so bleibt, wie sie ist, die zweite will eine neue Gestaltung, die dritte schließlich eine Verschiebung des Projektes." Zufrieden kann am Ende die Gruppe sein, die eine Neugestaltung wollte, denn eben die brachte der Ausschuss jetzt auf den Weg. Stadtplaner Helmut Hardt hatte noch einmal kurz und knapp die drei Entwürfe vorgestellt, die sich teilweise nur in Nuancen unterscheiden. Das liege daran, dass die Dreiteilung der Straße und Rot als Grundton der allgemeine Wunsch von Anliegern und Kirche gewesen sei.

Auch war allen wichtig, dass weiter Fahrräder durch die Straße geschoben und abgestellt werden dürfen. Allerdings soll es zusätzliche gekennzeichnete Fahrradstellplätze geben. Unterschiede gab es in der Zahl der Bäume. Während in Entwurf 1 gar keine vorgesehen sind, gibt es im Entwurf 2 insgesamt zehn Bäume, im dritten sind es dann sogar mehr als 15. Weil die Unterschiede dann doch sehr klein waren, waren zusätzliche Varianten gefordert worden. Die legte Hardt ebenfalls vor. Und sie waren sehr ausgefallen: Ein Entwurf zeigte rote Pflasterung bis in die Mitte der Hauptstraße, von dort geht es grau weiter, um den Übergang vom weltlichen zum kirchlichen Teil zu signalisieren. Bei der zweiten Variante wird das Muster des Roermonder Platzes über die Hauptstraße bis zum Kapellenplatz fortgeführt. Im dritten Entwurf dominieren sieben graue Bänder. Schnell kristallisierte sich heraus, dass die Politiker eher mit den ersten Entwürfen leben können. Und hier war für die CDU Entwurf 2 der Favorit. "Allerdings wollen wir keine Torsituation, weil die nicht historisch ist", so Fraktions-Chef Schaffers. Statt religiöser Motive auf dem Boden wünscht sich die CDU auch eher Kevelaer-spezifische Elemente. Die SPD favorisierte Entwurf 1, man könne aber auch mit der zweiten Variante leben, so Horst Blumenkemper. Bei den Bäumen kam bei den Genossen die mobile Variante gut an. Die sieht vor, dass Pflanzen in großen Kübeln platziert werden. Der Standort könne dann wechseln. Die KBV favorisierte Variante 2, ihr war wichtig, dass in der Mitte vier Meter freigehalten werden, um Platz für die Pilger zu haben. Die Grünen hatten mit allen Varianten so ihre Probleme, am ehesten konnte sich Ulrich Hünerbein-Aglers aber ebenfalls mit Entwurf 2 anfreunden. "Aber eine Sache ist klar: Mobile Bäume sind mit uns Grünen nicht zu machen." Er kritisierte auch den Zeitdruck, unter dem entschieden werden müsste. Man hätte lieber noch mehr Zeit zur Diskussion gehabt.

Eben das kritisierte Willi Gerats von der FDP heftig. Der Terminkalender sei zu eng, um jetzt schon zu entscheiden. Hier solle eine Planung durchgewunken werden, mit der viele vor zwei Wochen noch ihre Probleme gehabt hätten. "Die Überlegung, ob diese wichtige Entscheidung nur unter dem Zeitdruck der Antragsstellung für den Förderantrag zu treffen ist, möge jeder für sich beantworten. Hier eine Entscheidung zu treffen unter dem Motto ,sonst machen wir uns unglaubwürdig' sollte, kein Entscheidungskriterium sein".

Franz Heckens von der Stadtverwaltung wies darauf hin, dass das Zeitgerüst durch die Fördersystematik vorgegeben sei. "Damit sind wir gezwungen, Beschlüsse zu fassen und Dinge umzusetzen."

Mit großer Mehrheit wurde die Planung Nummer 2 verabschiedet. Die FDP stimmte dagegen. Nicht gegen einen bestimmten Entwurf, sondern gegen den Zeitdruck beim Verfahren. Die ganze Sache sei nicht ausgereift, so Gerats. Er findet auch seltsam, dass es im Beschluss heißt "dem Planungsansatz aus dem Masterplan wird grundsätzlich zugestimmt". Dieser Masterplan sei noch gar nicht beschlossen oder der Öffentlichkeit vorgestellt.

Quelle: RP
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