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Kevelaer
Haushalt: 2020 sogar ein Überschuss ?

Kevelaer: Haushalt: 2020 sogar ein Überschuss ?
Sanierung und IT-Verkabelung am Schulzentrum: mehr als 2 Millionen Euro FOTO: Seybert Gerhard
Kevelaer. Für 2017 rechnet der Kämmerer noch mit einem Defizit von 3,8 Millionen Euro. Langfristig sei allerdings sogar wieder mit einem Plus zu rechnen. Kevelaer wird im kommenden Jahr weiter kräftig investieren. Von Sebastian Latzel

Es ist selten und daher bemerkenswert. Kämmerer Ralf Püplichuisen sieht bei den Finanzen durchaus einen Silberstreif am Horizont. Während Kämmerer sonst eher berufsmäßige Schwarzseher sind, hat Kevelaers Kassenchef die Hoffnung, dass sich die Situation bis 2020 immer mehr entspannt und dann sogar ein Überschuss möglich sei. "Ein niedriges Zinsniveau begünstigt derzeit anstehende Investitionsentscheidungen. Förderprogramme wie ,Gute Schule 2020' oder die Förderung nach dem Kommunalinvestitionsgesetz bescheren uns erhebliche finanzielle Unterstützung", meint er. Vor dem Hintergrund anstehender Wahlen werde sicherlich auch noch das ein oder andere Füllhorn seitens des Bundes und Landes in Richtung der Kommunen geleert, so der Kämmerer in seiner Rede, mit der er jetzt im Rat den Entwurf für den Haushalt 2017 einbrachte. Aktuell steht aber noch ein Defizit zu Buche: Das beträgt für 2017 immerhin 3,8 Millionen Euro.

Doch Püplichuisen wäre nicht Kämmerer, würde er nicht auch angesichts der positiven Signale warnen. Die günstigen Fakten nämlich seien fremdbestimmt, daher sei es wichtig, Entlastungen aus eigener Kraft zu schaffen. Ein Beitrag dazu seien beispielsweise die Kostenbeteiligungen der Vereine für die Sportstätten sowie die Beteiligung an den Energiekosten für das Hallenbad. Geprüft werden müsste auch, ob die Aufgaben des Bauhofes nicht "konsequent auf seine ureigensten Zuständigkeiten reduziert werden". Alles was darüber hinausgehe, solle entfallen oder nur gegen Kostenerstattung übernommen werden.

Kosten für Errichtung von Unterkünften für Asylbewerber: 1 Million Euro FOTO: van Offern Markus

Bei allen Anstrengungen zum Sparen seien Investitionen trotzdem wichtig. Eben auch, weil sie die Attraktivität der Stadt steigern und die Kommune als touristisches Ziel interessant machen. Ein solches Beispiel ist der Pilger- und Solepark, bei dem sich Püplichuisen wünschen würde, dass das Projekt ebenso wie das Ärztehaus positiv vorangebracht werde. "Es stimmt nachdenklich, dass potenzielle Investoren derzeit die Stirn krausen, wenn sie den Namen Kevelaer hören. Das schadet dem Image Kevelaers und trägt zu einer Verunsicherung bei", meint der Kämmerer. Er verweist zudem darauf, dass für das Projekt ebenso wie für andere Maßnahmen mit Zuschüssen zu rechnen ist. Wie etwa das Mehrzweckbecken, das mit 1,8 Millionen Euro im Investitionsplan steht. Weiter kräftig investieren wird die Stadt im Bereich Schule. Die Fortsetzung der Fassadensanierung im Schulzentrum sowie die Sanierung der Toiletten am Gymnasium kosten 745.000 Euro. Die Erneuerung und Erweiterung der IT-Verkabelung und der naturwissenschaftlichen Räume sind mit 756.000 Euro veranschlagt. Die Einrichtung der naturwissenschaftlichen Räume am Schulzentrum kostet 343.500 Euro, die Erneuerung der Abzugsanlage 208.200 Euro. Für die Errichtung von Unterkünften für Flüchtlinge sind im Entwurf eine Million Euro veranschlagt. Steuererhöhungen schlägt der Kämmerer nicht vor. Das passt zur positiven Prognose.

Quelle: RP
 
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