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Kevelaer
Heribert Hölz unterstützt mit Bosnienhilfe die Kleinbauern

Kevelaer. 165.000 Euro gingen im vergangenen Jahr an Hilfseinrichtungen und an Familien in Not.

Die Bosnienhilfe der Caritas Duisburg hat im Jahr 2015 einen Spendenrekord erreicht. Das teilt Heribert Hölz, Initiator und "Gesicht" der Bosnienhilfe, mit. So konnten im vergangenen Jahr 165.000 Euro für Hilfseinrichtungen und Personen in Not verwendet werden.

Allein 30.000 Euro gingen über die Familienpatenschaften, das älteste Projekt der Bosnienhilfe, an bedürftige Menschen. 25.000 Euro wurden für die Alten- und Krankenhilfe aufgewendet, 20.000 Euro für Suppenküchen, jeweils 10.000 Euro für Kindergärten und für das Projekt, Kleinbauern durch den Kauf eines Schafes zu unterstützen. Ein großer Teil des Geldes wird für einmalige Nothilfen eingesetzt, denn die Bosnienhilfe zeichnet sich dadurch aus, dass sie konkret und flexibel helfen kann, wo Hilfe gerade gebraucht wird.

Seine Projekte werden auch im Gelderland rege unterstützt, auch von Kevelaer aus. Hölz ist beeindruckt von der Spendenbereitschaft. "Und das, obwohl Bosnien eigentlich in den Nachrichten keine Rolle mehr spielt." Doch die Lebensumstände sind immer noch hart. Kein Wunder, dass viele Bosnier davon träumen, in Deutschland ein neues Leben zu beginnen. Hölz hat darüber mit vielen Menschen Gespräche geführt. "Die Menschen haben teilweise völlig unrealistische Vorstellungen von den Verhältnissen in Deutschland", meint er. Er habe in mehreren Fällen Familien davon abhalten können, sich auf diesen aussichtslosen Weg zu machen, denn Bosnien gilt als sicherer Staat, dessen Bürger keinen Anspruch auf Asyl haben. Weitaus besser, meint Hölz, sei es, den Menschen vor Ort zu helfen, damit sie ihr Leben meistern können. Dafür arbeiten er und seine Mitstreiter seit rund 25 Jahren.

Man müsse aus deutscher Sicht aber auch verstehen, was manche Menschen zu diesem Schritt treibe. "Ein Monatslohn von 200 Euro und keine Perspektive", schildert er die Umstände einer bosnischen Existenz. "Deshalb finde ich, dass wir mit dem Begriff ,Wirtschaftsflüchtling' vorsichtiger umgehen sollten." Denn im Vergleich zu dem Balkanstaat lebten die Deutschen in äußerst angenehmen Verhältnissen. Nach Ostern will Heribert Hölz wieder nach Bosnien aufbrechen.

(s-g)
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