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Kevelaer
Hier wird das Fahrrad fit für die Saison

Kevelaer: Hier wird das Fahrrad fit für die Saison
In der Fahrradwerkstatt bei Zweirad Michalik in Kevelaer gibt es jede Menge zu tun. Viele Kunden lassen ihr Fahrrad fit für den Frühling machen. Dass Albert Michalik selbst schraubt, kommt nur noch selten vor. Er kümmert sich mittlerweile größtenteils um die Büroarbeit. FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)
Kevelaer. Das eingestaubte Zweirad soll für den Frühling wieder in neuem Glanz erstrahlen. Das ist nicht teuer und geht schnell. Manche greifen direkt tiefer in die Tasche und investieren in eine neue Fiets. Dabei hat man oft die Qual der Wahl. Von Antje Seemann

Albert Michalik hat im Moment alle Hände voll zu tun. In seinem Fahrradgeschäft in Kevelaer geht es zu wie im Taubenschlag. Sobald die Temperaturen zweistellig werden und die ersten Sonnenstrahlen den Frühling ankündigen, wollen sich viele Gelderländer wieder aufs Rad schwingen. Das ist durch das Winterquartier im Keller oder in der Garage natürlich nicht mehr so gut in Schuss und muss wieder fit gemacht werden.

Laut Michalik ist das aber kein so großer Aufwand: "Erst mal Luft aufpumpen. Das ist das Wichtigste. Dann einmal mit dem Lappen drüber, wenn das Fahrrad vollgestaubt ist.

Und dann ist es das im Großen und Ganzen schon. Vielleicht die Kette noch ein bisschen ölen und die Bremsen prüfen." Manche Radfahrer greifen wohl auch zum Hochdruckreiniger, um ihr Fahrrad wieder glänzen zu lassen. Davon rät der Händler aus Kevelaer allerdings ab: "Damit spritzen Sie das Wasser ins Lager rein und das spült das Fett raus."

Wer sich die Finger nicht selbst schmutzig machen will, kann sein Fahrrad auch direkt zu Michalik bringen. Das Geschäft hat hinten im Gebäude auch eine Werkstatt. Dort sind seine Zweirad-Mechaniker im Moment mit den ganzen Frühjahrsinspektionen beschäftigt. Sie prüfen Reifen, Licht, Bremsen und führen Reparaturen durch. Einige seiner Kunden würden jedes Jahr kommen, um ihr Fahrrad dann fürs ganze Jahr fitmachen zu lassen, sagt der Händler.

Andere Kunden sind nicht zu Michalik gekommen, um ihr altes Rad reparieren zu lassen, sondern, weil sie sich ein neues zulegen wollen. Da hat das Geschäft in Kevelaer für jeden Typen ein Fahrrad parat - und jede Menge Erfahrung in der Beratung. Zweirad Michalik gibt es seit 1919 in Kevelaer und ist seit mittlerweile vier Generationen in Familienhand. Albert Michaliks Großvater hat es damals gegründet. 1976 hat der Enkel es übernommen und inzwischen an seinen Sohn Christian abgeben. Er selbst kümmert sich meistens "um den Bürokram", ist aber ab und an noch in Kontakt mit seinen jahrelangen Stammkunden. Im Sortiment gibt's alle möglichen Radtypen: Vom Citybike und Hollandrad über Trekkingräder bis hin zu den sportlichen Mountainbikes und Rennrädern.

Welcher Kunde sich dabei für was interessiert, kann Michalik aber selbst nach den ganzen Jahren im Geschäft auf den ersten Blick nicht sagen: "Das ist sehr schwer und individuell. Viele kommen schon mit einer genauen Vorstellung in den Laden. Dann probieren sie das aus und sagen 'um Gottes Willen' und entscheiden sich doch um. Manche Kunden sind unschlüssig. Für die setzen wir dann mehrere Räder raus zur Probefahrt. Ich seh das meistens schon an den Gesichtszügen, ob die Leute darauf glücklich oder eher skeptisch sind."

Vor allem komme es auch darauf an, wofür das neue Fahrrad sein soll, erklärt Michalik: "Ich frage dann, was die Leute mit dem Rad vorhaben. Ob es eher sportlich oder gemütlich sein soll, für die Stadt und zum Einkaufen mit Taschen und Körben." Und danach entscheide sich dann auch die Wahl des Modells: "Mountainbikes sind natürlich für den sportlichen Fahrer, der auch gerne durchs Gelände fährt - zum Beispiel in die Maasauen." Auch Rennräder seien gut für Fahrer, die sich fithalten wollen und das Rad als Sportgerät nutzen. Trekkingräder seien hingegen gut geeignet für größere Radtouren: "Damit fährt man dann schon mal 50 bis 100 Kilometer am Tag. Das sind verkehrssichere Räder mit Gepäcktaschen und deshalb auch für Tagestouren gut. Eben ein Kompromiss aus sportlich und praktisch."

Insgesamt gibt es aber einen Trend, der sich auch in dem Fahrradgeschäft in Kevelaer widerspiegelt: E-Bikes. "Die machen bei uns schon gut 40 Prozent im Verkauf aus", sagt Michalik. "1995 haben wir die ins Sortiment bekommen. Damals war der typische E-Bike-Fahrer 70 und herzkrank." Das habe sich laut dem Kevelaerer Fahrradhändler mittlerweile geändert: "Heute ist er 25 mit einem Anhänger für seine Kinder. Das ist salonfähig geworden - auch als sportliche Variante."

Quelle: RP
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