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Kevelaer
Hin und weg mit nur 500 Euro Budget

Kevelaer: Hin und weg mit nur 500 Euro Budget
Annika Danielzik am Arbeitsplatz bei Schatorjé in Kevelaer. Auch sie gibt Tipps, wo man noch schnell für 500 Euro Urlaub machen kann. FOTO: Markus van Offern
Kevelaer. Lokale Tourismusfachleute erklären, welche Möglichkeiten es in den letzten zwei Wochen der Sommerferien noch gibt, wenn kurzfristig Urlaub gebucht werden soll. Fazit: Holland ist teuer, Tagestouren gehen immer. Von Bianca Mokwa

Endspurt in den Ferien, der Wunsch nach Sonne ist da, allerdings sind am Himmel mehr Wolken als Sonnenschein in Sicht. Da kommen Menschen wie Annika Danielzik ins Spiel. Sie ist Tourismuskauffrau beim Reisebüro Schatorjé in Kevelaer und hilft den Leuten, die dem tristen Wetter entfliehen wollen. "Es gibt sehr viele Menschen, die jetzt noch zu uns kommen", sagt die Fachfrau für Urlaub. Leider habe es sich aber noch nicht herumgesprochen, dass die Zeiten von Last-Minute in der Reisebranche längst vorbei sind. Last-Minute suggeriere, dass es sich um ein Schnäppchen handele. Last-Minute bedeutet heutzutage aber nur, dass das Angebot noch übrig ist, aber nicht unbedingt zum kleinen Preis. Denn dafür gibt es mittlerweile die Frühbucherrabatte.

Was aber tun mit zwei Wochen Ferien und nur 500 Euro Budget? "Flugreisen sind relativ schwierig für das Budget, es ist Hauptsaison", sagt Danielzik. Aber sie wäre nicht Fachfrau, wenn sie nicht Lösungen wüsste. Angebote gebe es schon. "Fliegen ist möglich, aber man muss offen sein für die Zielgebiete", sagt Danielzik. Und spontan. Das Angebot gemütlich bei einem Kaffee mit der Freundin bequatschen, ist kontraproduktiv. "Man muss ins Reisebüro kommen und sofort zugreifen", empfiehlt die Tourismuskauffrau den kurzfristigen Urlaubsplanern. Denn die Angebote ändern sich minütlich. "Weil Reisebüros aus ganz Deutschland auf die Angebote zugreifen können", erklärt Danielzik. "Auf keinen Fall wird die Reise weiter weg gehen als innerhalb Europas, vielleicht noch bis Ägypten", sagt Danielzik angesichts eines Budgets von 500 Euro. "Und man kann kein Vier-Sterne-Hotel verlangen." Was immer geht für kleines Geld sind Kurztrips nach Paris, Hamburg, Dresden oder Prag, wenn noch Plätze frei sind.

London für 49,90 Euro hat zum Beispiel Janine Welter-Peters vom Unternehmen Welter-Tours aus Straelen Anfang August noch im Angebot. Über Nacht hin, die Stadt ansehen und nächste Nacht zurück. Angesichts des unbeständigen Wetters kommen viele zu ihr ins Büro und wollen gerne an den Strand. "Eine Woche Holland ist allerdings momentan sehr teuer", sagt Janine Welter-Peters. "So eine Ferienwohnung an der Küste kostet für eine Woche zwischen 700 und 800 Euro. Und dann hat man noch nichts gegessen." Sie rät, sich eher Richtung Deutschland zu orientieren, zum Beispiel über einen Kurztrip an die Ostsee nachzudenken. Wer kurzfristig für kleines Geld weiter weg möchte, der muss flexibel sein. "Fernreise ist allerdings schwierig bei einem Limit von 500 Euro", gibt sie zu Bedenken. Hinzu kommt, dass der August der teuerste Monat in der Reisebranche ist. Alternativen biete die so genannte "Glückshotelgeschichte". Das bedeutet, dass der Kunde nicht weiß, in welches Hotel er zum Beispiel an der Küste Spaniens komme. Wählen kann er nur, wie viele Sterne das Hotel haben soll. "Bei 500 Euro für eine Woche sind das nicht mehr als drei Sterne", sagt die Tourismus-Expertin. Glückshotel, wie es funktioniert erklärt Janine Welter-Peters: "Die Agenturen schauen kurz vor Ankunft der Gäste, wo die Hotels noch Lücken in der Buchung haben und fragen bei den Hotels an, ob sie die Zimmer günstig abgeben würden."

"500 Euro, da ist bestimmt noch etwas möglich, bei Pensionen innerhalb Deutschlands", überlegt Corina Heimbach vom Reisebüro Dix laut. Eine Wochenendreise zum Beispiel. Mit dem Fernbus, denn das ist günstig. Allerdings lasse sich pauschal so etwas nicht sagen. Ihr Tipp: Jetzt schon über den nächsten Sommer nachdenken und Anfang November buchen. "Denn je eher, desto besser", sagt die Fachfrau.

Quelle: RP
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