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Weeze
Historische Menagerie zum Abschluss in Weeze

Weeze. Alle zwei Jahre verwandeln sich sechs Freunde aus Krefeld-Linn in historische Gestalten. Dieses Mal verbreiteten sie als Kuriositäten-Menagerie den Charme längst vergangener Tage. Von Christoph Kellerbach

Das fahrende Volk der "Crefelder Schau- und Belustigungsmenagerie" hatte seinen finalen Auftritt in "Kevin's Pub". Da war "Rosstello der Magier" (Peter Winkmann) dabei seine Kollegen anzupreisen, "Pyromano, der Mann vom Ätna" (Falk Spörk) machte seinem Namen als Feuerspucker alle Ehre, "Castratius der Bader" (Thomas van de Sand) kümmerte sich ums Zähnereißen und Heilwasser, während "Leila, die bärtige Jungfrau" (Uwe Girnd) Karten legte und die Zukunft vorhersagte. Komplettiert wurde die bunte Runde an schrägen Figuren durch den "Strammen Mäx" (Peter Deselaers), den Preisboxer im Weltklasse-Untergewicht und den "Menagerie-Musiker" (Reinhard Werkes).

Die sechs kuriosen Kerle ließen die alten Zeiten des spätmittelalterlichen Schauspiels auferstehen und sorgten für sowohl faszinierte, als auch begeisterte Zuschauer. Denn solche eine Show hatten die Gäste im Pub noch nie gesehen. "Dabei ist all das eigentlich aus einer kompletten Schnaps-Idee heraus geboren worden", erinnerte sich Peter Winkmann. "Ende 2011 dachten wir uns, dass wir einfach mal zusammen eine tolle Aktion machen wollten. Also reisten wir 2012 auf den Spuren der nach Amerika ausgewanderten Menschen aus der Region, durch die Gegend zwischen Krefeld und Kleve." Und das hatte allen Beteiligten viel Spaß gemacht.

Also war klar, dass so etwas noch einmal machen musste. "Deshalb waren wir schließlich zwei Jahre danach auf den Spuren der Postkutschenreisen von anno dazumal unterwegs", erklärte Winkmann. Der verriet weiter, "dass wir als Gruppe keinen eigentlichen Grundnamen haben. Wir sind einfach sechs Freunde aus Krefeld-Linn, die bei einem feuchtfröhlichen Abend auf dumme Ideen kamen." Damit stellt Winkmann aber sein Licht und das seiner Mitreisenden unter den Scheffel, denn solch eine Liebe zur Historie und so ein zwei Wochen andauernder Ehrgeiz, geschichtliche Zeiten wieder zum neuen Leben zu erwecken, die können selbst mit dem bestgelauntesten Kneipenabend nicht erklärt werden.

Meist dauern die alle zwei Jahre erfolgenden Fahrten von Mitte bis Ende April. Dabei macht die Truppe Zwischenstopps. Dieses Mal waren es nach Krefeld-Linn die Orte Schaephuysen, Issum, Sonsbeck und Weeze. "Nicht überall traf unsere Art der Darstellung auf Gegenliebe und manche waren etwas irritiert", meinte Uwe Girnd. "Aber überall wurden wir gut behandelt, auch wenn wir wohl nicht allen so ganz geheuer waren." "Ansonsten war dieses Jahr das Wetter echt schlecht, um es mal ganz nett zu sagen", sagte Winkmann, der deshalb am letzten Tag gar nicht mehr die Pferde vor den Menagerie-Wagen gespannt hatte. Aber dafür war die Abschiedsveranstaltung in "Kevin's Pub" umso herzlicher.

Quelle: RP
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