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Weeze
Hooligan-Vorfall in Weeze ohne Folgen

Weeze. Im März hatten sich Fans von Schalke, Köln und Dortmund am Flughafen verabredet, um sich dort eine Schlägerei zu liefern. Bei einem ähnlichen Vorfall in Köln griff der DFB jetzt durch und verhängte bundesweite Stadionverbote. Von Sebastian Latzel

Sie hatten sich mit Sturmhauben, Zahnschutz und Handschuhen ausgestattet, um vermummt Randale zu machen. Verfeindete Fangruppen von Schalker und Kölner sowie Dortmunder Fußballfans hatten sich Ende März am Airport Weeze verabredet, um sich dort eine Massen-Schlägerei zu liefern. Die Polizei konnte eine Eskalation damals nur durch einen Großeinsatz verhindern.

Der Fall hatte in der Region für viel Aufsehen gesorgt. Deshalb wurde auch das Nachspiel aufmerksam verfolgt. Der WDR meldete am Mittwoch, dass 50 gewalttätige Anhänger des FC Köln aufgrund des Vorfalls am Flughafen mit bundesweiten Stadionverboten bestraft worden seien. Der Sender berief sich dabei auf exklusive Informationen aus Sicherheitskreisen. Zahlreiche Medien berichteten gestern über den Fall. Auf Anfrage unserer Redaktion gab es gestern Abend vom DFB eine schriftliche Mitteilung. Darin heißt es: "Wir können bestätigen, dass gegen 55 Anhänger des 1. FC Köln und Borussia Dortmund wegen eines Sachverhalts am Bahnhof Pulheim-Stommeln ein bundesweites Stadionverbot ausgesprochen wurde." Bei diesem Vorfall hatten sich Hooligans von Köln und Dortmund verabredet, um Gladbach- Fans anzugreifen. Der Einsatz in Weeze habe dagegen bei der Entscheidung keine Rolle gespielt, so der DFB. Das würde allerdings bedeuten, dass der Großeinsatz für die Chaoten ohne Folgen bliebe. Dabei war der Vorfall in Pulheim vergleichbar. Auch dort war es der Polizei gelungen, die Fangruppen zu trennen, bevor es zu Gewalttätigkeiten kam. Ob es bei den mit Stadionverbot belegten Fans Schnittmengen mit den Hooligans vom Airport Weeze gebe, entziehe sich momentan der Kenntnis, hieß es. Der DFB spricht Stadionverbote vor allem bei Vorfällen aus, die auf Anreisewegen oder weit abseits des Spieltags passieren, da die Bundesligavereine in diesen Fällen nicht zuständig sind. Der DFB versteht Stadionverbote als Präventivmittel, die auch ohne eine Verurteilung durch ein Gericht ausgesprochen werden können.

Bei den besagten Fällen geht es um so genannte Drittort-Auseinandersetzungen. Im Klartext: Wenn Hooligans außerhalb des Stadions aneinandergeraten. Zumeist werden diese Schlägereien verabredet. So war es auch in Weeze. Gewalttäter aus Köln und Schalke wollten sich Ende März dort eine Schlägerei liefern. Dazu waren auch Fans aus Dortmund an den Niederrhein gekommen, die bekanntlich auf die Schalker auch nicht gut zu sprechen sind. Zudem gibt es eine enge Verbindung zwischen den Ultras aus Köln und aus Dortmund. Die Polizei hatte allerdings einen Hinweis bekommen und verhinderte die Konfrontation. Woher der Tipp kam, will die Polizei nicht sagen. Vermutlich wird es wohl einen Hinweis von Experten der Fanszene gegeben haben. Die Polizei hatte seinerzeit die Autos der Hooligans gestoppt, Ausweise kontrolliert und Platzverweise ausgesprochen. Ihre Daten hatte die Polizei an die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) übermittelt. Die Personalien würden dann an den DFB weitergeleitet, so ZIS-Sprecherin Nadine Perske. Der DFB gleich die Daten ab. Er entscheidet ob und welche Stadionverbote verhängt werden.

Quelle: RP
 
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