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Kevelaer
Infoblatt für Flüchtlinge: Das ist Karneval

Kevelaer: Infoblatt für Flüchtlinge: Das ist Karneval
Kevelaer. Aushänge in Kevelaer erläutern Asylsuchenden, was in den tollen Tagen auf sie zukommt. Von Sebastian Latzel

Eine Sache ist Ludger Holla ganz wichtig: "Wir gehen hier alle davon aus, dass bei uns in Kevelaer nichts passieren wird. Mit den bei uns untergebrachten Flüchtlingen gab es bislang keinerlei Probleme", sagt der Bauamtsleiter der Stadt Kevelaer.

Gleichwohl ist die Verwaltung daran interessiert, die Flüchtlinge über das vielen fremde Fest "Karneval" zu informieren. "Uns ist wichtig, zumindest eine Grundinformation rüberzubringen, damit die Asylsuchenden einordnen können, was da auf den Straßen vorgeht", erläutert er. Daher sind in den Unterkünften Infoblätter ausgehängt worden, die die Bezirksregierung Arnsberg herausgegeben hat. Nicht ganz so optimal findet der Bauamtsleiter die Hinweise.

Wer das Infoblatt liest, schüttelt tatsächlich an manchen Stellen ungläubig den Kopf. So wird dort beispielsweise darauf hingewiesen, dass auch Spielzeugpistolen im Umlauf sind. Dazu heißt es dann wörtlich: "Auch wenn die Gewehre der Karnevalssoldaten nicht echt sind, sind sie kein Spielzeug, das man ungefragt anfassen sollte." Zudem weist die Bezirksregierung darauf hin, dass es auch Narren gibt, die sich als Polizisten oder Soldaten verkleiden.

Gleichzeitig sei aber auch die "echte Polizei während der Karnevalszeit vermehrt im Einsatz". "Die Polizei stellt so aber auch sicher, dass Ausschreitungen, Diebstähle und sexuelle Übergriffe wie zu Silvester unterbunden werden. Die Anweisungen der echten Polizei sind daher auch im Karneval auf jeden Fall zu befolgen", heißt es auf dem Flugblatt.

Wir erklären die Anzeigen von Köln FOTO: Radowski

Woran echte von falschen Polzisten unterschieden werden können, steht auf dem Zettel freilich nicht. Weiter gibt es noch den Hinweis, dass zu Karneval vermehrt Alkohol getrunken wird: "Hier muss man vorsichtig sein: Alkohol wirkt wie ein Gift auf den Körper und sollte deshalb nur in kleinen Mengen getrunken werden." Dinge, die recht simpel klingen, die aber bewusst so formuliert seien, wie Benjamin Hahn, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg, erläutert. "Wir haben einen elementaren Ansatz gewählt mit Hinweisen, die nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für alle anderen gelten." Viele Kommunen hätten wegen solcher Infozettel nachgefragt, wie viele sich die Vorlagen von der Seite heruntergeladen haben, könne er nicht sagen. Den Text gibt es auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Französisch, wegen der Nachfrage werde jetzt auch noch ein Blatt auf Farsi (wird in Afghanistan gesprochen) herausgebracht. Man habe sich für reinen Text entscheiden, weil eine Bebilderung schwierig sei.

Dass das durchaus möglich ist, zeigt das Vorbild aus Köln, wo der Flyer in Zusammenarbeit mit den Karnevalsorganisatoren erstellt wurde. "Dieses Blatt hat uns mehr angesprochen, aber der Infozettel war leider zu sehr auf Köln zugeschnitten, daher konnten wir ihn leider nicht für Kevelaer übernehmen", sagt Holla.

Quelle: RP
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