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Kevelaer
Investoren sauer: "Abgekartetes Spiel"

Kevelaer: Investoren sauer: "Abgekartetes Spiel"
So wird das Zentrum nicht aussehen: Die Investoren um Hermann Tecklenburg haben sich aus Kevelaer zurückgezogen. FOTO: Entwurf FA Tecklenburg
Kevelaer. Hermann Tecklenburg, Marc und Heinz Janssen und Projektentwicklerin Ellen Mietz kritisieren nach ihrem Ausstieg aus dem Hotelprojekt Bürgermeister Pichler. Bernd Zevens sei bevorzugt worden. Verwaltungschef weist Vorwürfe zurück. Von Dirk Möwius

In einem ausführlichen Brief an Bürgermeister Dr. Dominik Pichler begründen Hermann Tecklenburg aus Straelen, Marc und Heinz Janssen vom Gelderner Seepark und Projektentwicklerin Ellen Mietz aus Kevelaer ihren Ausstieg aus dem Hotelprojekt (RP berichtete). Das Schreiben, das auch an die Fraktionsvorsitzenden ging, liegt unserer Redaktion vor. Wie berichtet, hatten sowohl Bernd Zevens wie Hermann Tecklenburg ihr Interesse signalisiert, auf der Hüls einen Komplex mit Hotel und Gesundheitszentrum zu bauen. Die Fraktionen wollten gestern Abend beraten, um heute im Rat die Entscheidung über den Investor zu fällen.

Aus Sicht von Tecklenburg und Mietz spricht einiges dafür, dass der Verwaltungschef von Anfang an auf den Klever Unternehmer Zevens und seine Rilano-Hotelgruppe gesetzt hat. Das zeige sich schon daran, dass die Bewerbung Tecklenburgs zunächst ignoriert worden sei. Erst deutlich später als der Mitbewerber habe man die Möglichkeit bekommen, ein Konzept zu erarbeiten. Das Interesse Tecklenburgs und auch der Familie Janssen sei dem Bürgermeister entgegen seiner Aussagen in der Sitzung Anfang Juli wie seinem Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns bekannt gewesen. Bruns habe Janssens in den vergangenen Jahren mehrfach aufgesucht und dafür geworben, ein Hotel in Kevelaer zu betreiben. Wäre nicht vonseiten Tecklenburgs auf die Risiken einer ungeprüften Vergabe an Zevens aufmerksam gemacht worden, wäre die Kevelaerer Verwaltung diesen Weg gegangen.

Dominik Pichler räumt ein, dass man das Interesse der Firma Tecklenburg zunächst nicht ernst genommen habe. "Die Dinge sind Anfang des Jahres nicht gut gelaufen." Alle anderen Vorwürfe weist er aber zurück. Man habe die Vorstellung im Ausschuss dann ermöglicht, und es seien zwei geeignete und sehr gute Bewerber ins Rennen gegangen. Ein persönliches Treffen zwischen ihm und Herrn Zevens, von dem Ellen Mietz spricht, habe es nicht gegeben. Das sei schlichtweg falsch. Auch habe es keinesfalls eine Vorentscheidung zugunsten von Zevens gegeben. Sollten Ratsmitglieder gegenüber den Investoren den Eindruck erweckt haben, es sei bereits entschieden worden, sei das falsch und inakzeptabel. Kritisiert werden auch Angaben zum Grundstückspreis. "Der Eindruck, dass hier ein abgekartetes Spiel vor den Augen der Öffentlichkeit abläuft, drängt sich auch den wohlmeinendsten Beobachtern auf", heißt es in dem Brief der Investoren. Ellen Mietz sei von verschiedenen Seiten mitgeteilt worden, dass sie aufgeben sollten, denn es "sei gelaufen".

Marc Janssen bestätigt im Gespräch mit unserer Redaktion, er sei mit einem "komischen Gefühl" aus der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses gegangen. Man hatte nicht den Eindruck, dass man sich in Kevelaer wirklich über das Interesse freue. Ziel sei es gewesen, gemeinsam mit der Stadt eine Einrichtung zu schaffen, die den Tourismus nachhaltig positiv mitgeprägt hätte. Die Familie Janssen werde sich noch intensiver um Expansion am Standort Geldern kümmern. Es habe in den vergangenen Tagen mit Bürgermeister Sven Kaiser und Gelderns Wirtschaftsförderer Tim van Hees-Clanzett "sehr positive Gespräche" gegeben. Marc Janssen: "Uns wurden freie Entfaltungsmöglichkeiten und intensive Unterstützung für das weitere Hotelprojekt und die damit verbundene touristische Entwicklung zugesagt. Diese Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten wurden uns in Kevelaer leider nicht offeriert."

Quelle: RP
 
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