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Kevelaer
Jetzt kommen die "Löschzwerge"

Kevelaer: Jetzt kommen die "Löschzwerge"
Viele Kinder sind von der Feuerwehr fasziniert. Ein neues Gesetz soll ermöglichen, dass sie früher in die Organisation aufgenommen werden. FOTO: Bußmann
Kevelaer. Das Land NRW modernisiert den Brand- und Katastrophenschutz. Ein Ziel der Gesetzesnovelle: Weniger Nachwuchsmangel bei den Feuerwehren. So sollen bereits Kinder mit sechs bis zehn Jahren aufgenommen werden. Von Monika Hartjes

Nachwuchsarbeit hat bei der Freiwilligen Feuerwehr in Kevelaer einen hohen Stellenwert. "Einmal in der Woche, immer montags, treffen sich die Kinder und Jugendlichen von zwölf bis 17 Jahren zu ihren Übungsabenden im Gerätehaus des Löschzuges Stadtmitte", erklärte Philipp Köhler, Pressesprecher des Löschzuges Kevelaer. Sie kommen auch aus den Ortsteilen Winnekendonk, Wetten, Twisteden und Kervenheim.

Bei der Brandschutzerziehung kümmert sich die Freiwillige Feuerwehr Kevelaer auch um die Jüngsten, also um Kindergarten- und Grundschulkinder. "Wir besuchen die Einrichtungen und geben dort Unterricht zum Thema Brandschutz", erklärte Köhler. Und es gibt auch Besuche der Kindergartenkinder und Schüler in der Feuerwehrwache.

Die Vorstellung, auch die Kleinsten ab sechs Jahren als "Löschzwerge" in den eigenen Reihen zu haben, hat für ihn Vor- und Nachteile. "Auf der einen Seite sollte man Kinder so früh wie möglich für die Feuerwehr begeistern", meint er. "Auf der anderen Seite denke ich, dass es schwierig sein wird, die Kinder über so einen langen Zeitraum, bis sie mit 18 Jahren in die Feuerwehr eintreten, bei der Stange zu halten."

Johannes Lörcks, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr in Geldern, sieht auch Probleme darin, die Kinder angemessen zu betreuen. Er findet den Ansatz des Landes schon sehr interessant. "Je früher man die Kinder an die Feuerwehr bindet, umso größer ist die Chance, dass sie bleiben", sagte er. Aber bei der Feuerwehr Geldern sei es leider so, dass man die intensive Zuwendung, die die "Löschzwerge" bräuchten, mit dem vorhandenen Personal nicht leisten könne.

Zurzeit gibt es in der Jugendfeuerwehr 22 Jungen und Mädchen ab zwölf Jahren aus allen Ortsteilen Gelderns und zwölf Personen als Betreuer. Das sei notwendig, um die Gruppenstunden regelmäßig durchführen und ein abwechslungsreiches Programm - neben den feuerwehrtechnischen Übungen auch Zeltlager, Fußball, Spaßbad-Besuche oder Weihnachtsfeier - anbieten zu können. 24 Kinder können maximal mitmachen. Etliche sind auf der Warteliste, so dass ab Januar die Gruppe wieder "aufgefüllt" wird. Wenn die Jugendlichen 18 Jahre alt sind, verstärken sie den Löschzug des Ortsteiles, in dem sie wohnen.

Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr in Straelen ist die Jugendarbeit ein wichtiges Thema. In Gruppenstunden werden die Mitglieder der Jugendfeuerwehr spielerisch an den aktiven Dienst herangeführt. Auch Freizeitaktivitäten gehören mit zum Programm. Aber zum Thema "Löschzwerge" gibt Wehrleiter Thorsten Fischer zu bedenken: "Schon bei der Brandschutzerziehung in den Kindergärten merken wir, dass wir ohne die Unterstützung der Erzieherinnen nicht auskommen." Kinder ab sechs Jahre bräuchten eine spezielle pädagogische Betreuung. "Das könnten wir personell nicht alleine stemmen."

Die Feuerwehr Straelen habe das Einstiegsalter für die Jugendfeuerwehr bereits von zwölf auf zehn Jahre heruntergesetzt. Die Kinder seien leicht zu begeistern, Sorgen machen ihm die Jugendlichen von 15 bis 17 Jahren. Die zu halten, sei schwer. Zurzeit sei man dabei, eine Kampagne zu entwickeln, um Mitglieder zu werben. Unter anderem will man sich an anerkannte Asylbewerber wenden, die Interesse haben.

Quelle: RP
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