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Kevelaer
Jugendarbeit: Neue halbe Stelle vom Land gefördert

Kevelaer: Jugendarbeit: Neue halbe Stelle vom Land gefördert
Sozialdezernent Marc Buchholz hat die Bewerbung für Kevelaer ausgearbeitet. FOTO: Seybert
Kevelaer. Es handelt sich dabei um Mittel der Initiative "NRW hält zusammen - für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung". Von Monika Hartjes

Die Stadt Kevelaer erhält Fördermittel in Höhe von 81.760 Euro im Rahmen der Landesinitiative "NRW hält zusammen ... für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung". Verwendet werden sollen diese Mittel zur Förderung von Modellprojekten und Maßnahmen zur Verbesserung der Teilhabechancen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in benachteiligten Quartieren.

"Wenn es um Familienarmut geht, arbeiten wir bereits in Arbeitsgruppen mit verschiedenen Trägern von Kitas und Schulen zusammen. Es gibt auch Statistiken mit unterschiedlichen Bedarfen. Aber für eine systematische Ausarbeitung und Planung fehlten uns bisher die finanziellen Mittel", erklärte der Sozialdezernent Marc Buchholz in einem Pressegespräch.

Am 22. Februar rief das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW dazu auf, Anträge auf Projektförderung einzureichen. "Herr Buchholz war sehr fleißig und arbeitete über Ostern ein Projekt aus, so dass wir in den Fördertopf kamen", lobte Heinz Ermers, Vorsitzender des Sozialausschusses. Es gebe eine Schulbedarfsplanung und ein Jugendhilfekonzept, aber es fehle ein systematisches Sozialkonzept.

In Kevelaer leben zurzeit 3904 Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis 19 Jahren. Rund 600 Kinder davon erhalten Leistungen wie Unterhalt und Wohngeld von der Stadt, aber nur etwa 200 Kinder und Jugendliche haben in 2015 Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket bezogen. Für 2016 wurden rund 30.000 Euro, für 2017 wurden rund 50.000 Euro bewilligt. Das deckt 80 Prozent der Kosten, die Stadt trägt den Eigenanteil von 20 Prozent, etwa 21.500 Euro.

Davon wird unter anderem eine neue Kraft finanziert. Als Ergänzung und zur Unterstützung der Jugendhilfeplanerin Ruth Trötschkes wird die Halbtagskraft Vanessa Freienstein eingestellt. Im ersten Schritt sollen bis Ende 2016 alle vorhandenen Daten an einer Stelle zusammenfließen und dort aufgearbeitet werden. In diesem Stadium werden Fragebögen erarbeitet, die an Träger und Institutionen weiter gegeben werden. "Wie erleben Sie Kinderarmut? Wie kann man sie präventiv vermeiden? Wie können Familien besser integriert werden? sind einige dieser Fragen. Im Jahr 2017 sollen dann Multiplikatoren gewonnen werden, um den identifizierten Hilfsbedarf effizienter und effektiver zu gestalten.

"So gibt es Kinder, die über das Bildungs- und Teilhabepaket zwar das Mittagessen gefördert bekommen, jedoch keine Leistungen für den Vereinssport oder für die schulische Förderung abrufen, obwohl sie darauf einen Anspruch haben", erklärte Buchholz. Die Eltern müssten dazu die Anträge stellen. Hier müsse man Partner mit ins Boot nehmen, wie Awo, Caritas, Vereine, Schulen und Kitas, die die Familien aufklären und unterstützen. Diese sollen sich bis Mitte 2017 zu so genannten Sozialraumkonferenzen in den einzelnen Ortschaften und in Kevelaer zusammenschließen. Hier sollen die Bedarfe und die Möglichkeiten für passgenaue Hilfen und Angebote kommuniziert werden. In Twisteden könne die Situation anders aussehen als in Wetten, so Buchholz. "Ein Ziel dieses Projektes wird sein, dass wir besser agieren können, statt nur zu reagieren", erklärte Nadja Hübinger, Leiterin des Caritaszentrums.

Quelle: RP
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