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Kevelaer
Justus Frantz bekommt viel Applaus in Kevelaer

Kevelaer. Justus Frantz, ein Name, den man mit großartigen Orchestern und Hingabe zur Musik assoziiert, gastierte im fast ausverkauften Konzert- und Bühnenhaus. Seit mehr als 30 Jahren ist er ein international erfolgreicher Pianist und Dirigent. Um die Klassik hat er sich viele Male verdient gemacht: Immer wieder entdeckt und fördert er junge Musiktalente. In seinem Weihnachtskonzert präsentierte er Bach, Mozart, Corelli und Grieg. Von Udo Spelleken

Wolfgang Amadeus Mozarts "Divertimento KV 136" ist 1772 entstanden. Das Werk steht in vielem den expressiven und eher barocken Qualitäten einer Oper nahe. Die Philharmoniker verbanden sie mit einem melodischen Tonfall, in einem singenden Allegro, einem kantablen Andante und einem tänzerischen Finale. Rhythmisch agil und präzise akzentuiert entledigte sich der Norweger Edvard Grieg schon im Präludium seiner "Holberg-Suite" radikal alter stilistischer Zöpfe und deutet in seiner Harmonik bereits impressionistische Züge an. Die Musiker trugen das elegische Air ohne die gewohnte vibrierende Sentimentalität vor. "Trotz meiner vielen Bühnenjubiläen bin ich immer wieder von diesem Werk beeindruckt", schwärmte Frantz, der dem Publikum die einzelnen Sätze kostprobenartig anspielen ließ. Der Applaus zwischen den einzelnen Sätzen störte Frantz nicht: "Zu Zeiten Mozarts wurde immer zwischendurch geklatscht."

Für das "Brandenburgische Konzert Nr. 5 D-Dur" von Johann Sebastian Bach setzte sich der Dirigent selbst an den Flügel und bewies dort seine Brillanz. Das Werk, ursprünglich für Cembalo, Flöte und Streicher komponiert, lebte vom Kontrast zwischen den auftrumpfenden Dreiklängen des Themas und den sanft absteigenden Quartmotiven der Solisten Cristina Stefan-Desaga (Flöte) und Catalin Desaga (Violine). Es war schon bewundernswert, wie die Streicher ihren Dreiklang in einen Klangteppich für die Solisten verwandelten und mit Nachdrücklichkeit die Führung an sich rissen.

Der Charakter der "Sinfonie Nr. 29 A-Dur" von Mozart wirkte heiter, gelöst und unproblematisch. Ausgeprägt demonstrierte Frantz den federnd eleganten Musikstil, der Mozart ausmacht. In Corellis berühmtem "Concerto grosso g-Moll op. 6 Nr. 8", auch Weihnachtskonzert genannt, zeigte sich die nachhaltige Spielfreude des Orchesters in energiegeladenen Phrasierungen und dynamischer Feinabstimmung. Es überzeugte mit sattem und dennoch transparentem Klang.

Die Zuhörer waren von dieser meisterlichen Musik angetan und applaudierten begeistert.

Quelle: RP
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