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Kevelaer
Kevelaer im Zeichen des Lampedusa-Kreuzes

Kevelaer: Kevelaer im Zeichen des Lampedusa-Kreuzes
Elke Kleuren-Schryvers und Pastor Rolf Lohmann am Lampedusa-Kreuz in der Basilika. FOTO: Thomas Binn
Kevelaer. Anfang März wird die szenische Lesung über die Schrecken der Flüchtlingskatastrophe von Lampedusa in der Marien-Basilika zu hören sein. Danach gibt es eine Diskussionen mit Flüchtlingsexperten. Von Christoph Kellerbach

Viele werden sich mit Sicherheit noch an die Schreckensbilder und Nachrichten von Oktober 2013 erinnern: Ein mit 545 Flüchtlingen komplett überladener Kutter versinkt vor der Insel Lampedusa. Alle waren auf der Flucht vor Krieg und Hungersnot und hatten die Hoffnung auf ein sicheres Leben in Europa, doch für viele sollte es immer ein Traum bleiben. Denn 366 Menschen aus Eritrea, Somalia, Äthiopien und Syrien ertrinken bei dem Unglück.

Ausgehend von diesem furchtbaren Verlust von Menschenleben entstand die Projektgruppe "Ein Morgen für Lampedusa", welche über die nachfolgenden Monate eine tiefgreifende szenische Lesung vorbereitet hatte, die am 30. März 2014 im Schauspielhaus Hannover ihre große Premiere fand.

Diese Lesung wird nun am Freitag, 4. März, ab 20 Uhr in der Marien-Basilika vorgetragen. Elke Kleuren-Schryvers, Vorsitzende der "Aktion Pro Humanität", liegt das von Antonio Umberto Riccó aus Zeugenaussagen und dokumentarischem Material zusammengestellte Werk besonders am Herzen: "Denn es beschäftigt sich auch damit, was bei uns gerade jetzt momentan im Land geschieht. Es kommen unterschiedliche Personengruppen zu Wort, und der Inhalt spiegelt damit auch ganz gut wider, was wir 2016 mit der Ankunft weiterer Flüchtlinge hier erleben."

Parallel zur Lesung wird natürlich auch eines der "Lampedusa-Kreuze" in Szene gesetzt, welches von Schreiner Francesco Tuccio auf Lampedusa selbst aus dem Boot der gekenterten Flüchtlinge erstellt wurde. "Das Kreuz wird uns die Buße-Zeit über begleiten und während der anschließenden Pilger-Wochen im Brunnenhof mit einer zusätzlichen Info-Tafel ausgestellt werden", erklärte Pastor Rolf Lohmann.

Die szenische Lesung zu dem Unglück selbst ist ein Arbeits-Kit, welches angefordert werden kann und welches vor Ort selbst umgesetzt wird. Dabei treten Steffi Neu und andere Leute vom WDR als Erzähler auf, während weitere junge Sprecher die zusätzlichen Parts übernehmen. Natürlich gibt es bei der Lesung auch die sechs eigens dafür komponierten Lieder des italienischen Musiker Francesco Impastato zu hören.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung in der Marien-Basilika in Kevelaer ist frei, aber es wird nachher um Spenden für die örtliche Flüchtlingshilfe gebeten. Ebenfalls ist eine anschließende Diskussion mit den Experten des Runden-Tisches-Flüchtlinge Kevelaer, sowie mit Organisationen, die in den Herkunftsländern der Flüchtlinge arbeiten, geplant. Moderiert wird diese Aktion von Steffi Neu und ihren Kollegen des WDR.

Quelle: RP
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