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Kevelaer
Kevelaer kickt für mehr Integration

Kevelaer: Kevelaer kickt für mehr Integration
Auch Bürgermeister Dr. Axel Stibi (Mitte) spielte mit und, zwar für das Team "Kevelaerer Prominenz". FOTO: Thomas Binn
Kevelaer. Bei einem Benefizspiel trat im Hülsparkstadion eine Auswahl prominenter Kevelaerer gegen Asylbewerber an. Die gesamten Einnahmen des Tages gehen an den RTF, den Runden Tisch - Flüchtlinge Kevelaer. Von Christoph Kellerbach

Die beiden Flüchtlingstrainer Daniel Heinrichs und Christian Ettwig vom SV Kevelaer trainieren ihre neu ins Land gekommenen Fußballfreunde bereits seit dem Frühjahr. Sie finden, "die spielen super, und die gemeinsame sprachliche Schnittmenge ist eben der Fußball, da klappt die Kommunikation". So fanden die beiden auch bei den Trainingsstunden bei Scholten heraus, dass ihre Schützlinge gerne einmal im Hülsparkstadion spielen würden, und die Idee zum Benefizspiel "Wir mit Euch" war geboren.

Organisiert wurde das bunte Miteinander ansonsten von Ralf Hermens, Uwe Rossen und Marcus Pauls, die ein schönes Programm auf die Beine gestellt hatten. Die Moderation übernahm der wortgewandte Stefan "Stevie" Reudenbach. Doch die Frage war natürlich auch: Gegen wen spielen die Asylbewerber, die als "Kevelaer United" am Sonntagnachmittag im Stadion aufgelaufen sind? Gegen niemand anderen als die "Kevelaerer Prominenz", die unter anderem mit Bürgermeister Dr. Axel Stibi und Kaplan Hendrik Wenning ihrem Namen durchaus gerecht wurde. "Das Spiel hier ist im Grunde für die Freude", erklärte Stibi vor dem Anstoß. "Aber es ist eben auch ein sportlicher Wettkampf. Wir wollen also auch gewinnen." Bei der "Kevelaerer Prominenz", die übrigens trainiert wurde von der MSV Legende und SV-Kevelaer-Coach Horst "Pille" Gecks, spielten auch die beiden Flüchtlinge Anan Diaré und Hassimiou Keita, die bereits seit einem Jahr in der A-Jugend des Vereins sind.

Gespielt wurden drei Mal 20 Minuten, "denn den Kaplan und Co. können wir wohl nicht unbedingt zwei Mal 45 Minuten über den Platz rennen lassen", meinte Daniel Heinrichs. Aber so gut gestaffelt gab es auch in den beiden Pausen viel Zeit für Ehrungen. So wurde unter anderem das große generelle Engagement all der SV-Kevelaer-Trainer und Spieler gelobt, während der Verein selbst der "Aktion Pro Humanität" sowie der "Peter-Claßen-Stiftung" jeweils 1000 Euro spendete. Der SV erhielt wiederum von der Egidius Braun-Stiftung des DFB eine 500-Euro-Spende für seine integrative Hilfsbereitschaft in Form verschiedener Aktionen. Die jeweils 22 Mann starken Teams beendeten ihre drei Spielzeiten mit einem 3:3, weshalb das Elfmeterschießen entscheiden musste. Dort schoss Kaplan Wenning schließlich das entscheidende Tor zum 7:6 für die "Kevelaerer Prominenz".

Die gesamten Einnahmen des Tages gehen an den RTF, den Runden Tisch - Flüchtlinge Kevelaer. Insgesamt waren am Sonntagnachmittag mehr als 600 Besucher anwesend, die allesamt das positive Gemeinschaftsgefühl hochleben lassen wollten, wie etwa Thomas Hitzfeld-Evers. Er fand, das Benefizspiel war eine "sehr gute Idee. Denn viele haben ja sonst mit der Problematik auch nichts zu tun, und so gibt es auch mal die gute Chance, die Allgemeinheit aufzuklären und dazu aufzurufen, sich auch einzumischen."

Wer sich also in Zukunft auch mal die Zeit nehmen und mit den Flüchtlingen zusammen Fußball spielen möchte, der kann sich direkt beim SV Kevelaer für Absprachen melden.

Quelle: RP
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