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Kevelaer
Kevelaerer gesteht Drogenhandel

Kevelaer: Kevelaerer gesteht Drogenhandel
Drei Tonnen Marihuana: Die Lieferung war an den Kevelaerer Georg Ruffen adressiert, so die Anklage. FOTO: zoll
Kevelaer. Der Unternehmer Georg Ruffen hat vor Gericht zugegeben, an der Einfuhr von drei Tonnen Marihuana beteiligt gewesen zu sein. Derzeit ist er auf freiem Fuß, das Urteil steht noch aus. In Kleve wollte er einen Wohnkomplex errichten. Von Marc Cattelaens

Er habe eine "blütenweiße Weste", hatte der Klever Anwalt Harald Gruhn im Januar dieses Jahres über seinen Mandanten Georg Ruffen gesagt. Derzeit sieht es allerdings so aus, als hätte die Weste Schmutz gefangen. Denn vor dem Landgericht Hagen hat der Kevelaerer Unternehmer inzwischen gestanden, an der Einfuhr von Marihuana im großen Stil beteiligt gewesen zu sein. Das sagte der Hagener Oberstaatsanwalt Gerhard Pauli auf Anfrage der Rheinischen Post.

Vor Gericht geht es um die Einfuhr von drei Tonnen Marihuana im Wert von rund 30 Millionen Euro. Im Dezember waren drei Container aus Ghana im Hafen von Antwerpen angekommen, die laut Anklage für den Kevelaerer bestimmt waren. Offiziell sollten sie Palmkernschalen beinhalten. Doch wurde in den Behältern neben dem Abfallprodukt auch die riesige Menge Rauschgift gefunden.

Georg R. FOTO: Siwe

Ziel der Container war der alte Schlachthof in Kalkar. Der Ort diente dem Kevelaerer als Umschlagsort von Waren, die für seine Biogasanlagen bestimmt waren, so die Anklage. Neben Ruffen waren vier weitere Personen festgenommen worden. Kopf der Bande soll ein Niederländer sein.

"Der Angeklagte hat die Vorwürfe in vollem Umfang eingeräumt", sagte Oberstaatsanwalt Pauli. Der Richter gewährte Ruffen eine so genannte Haftverschonung, so dass er sich zurzeit auf freiem Fuß befindet. Dafür musste Ruffen eine Sicherheitsleistung in Höhe von mehreren Zehntausend Euro zahlen. Eine erhöhte Fluchtgefahr sieht Pauli nicht. "Der Mann ist fest am Niederrhein verwurzelt", so Pauli.

Der Prozess wird fortgesetzt, mit einem Urteil wird Ende September gerechnet.

Georg Ruffen, der in der Landwirtschaft und mit Biogasanlagen sein Geld verdient, hatte in den vergangen Jahren versucht, verschiedene Bauprojekte im Kleverland umzusetzen. Vor seiner Festnahme war er als Geschäftsführer der "Wohnen an der XOX GmbH" tätig. Die Firma wollte am Klever Spoyufer die Wohnkomplexe "XOX-Höfe" auf dem Gelände der ehemaligen Biskuit-Fabrik errichten. Mindestens 20 Millionen Euro wollte Ruffen investieren. Für diese Summe sollte eine Mischung aus Wohnanlage und Bürotrakt entstehen. Geplant waren 200 Wohn- und 50 Büroeinheiten, außerdem ein Schwimmbad und ein Restaurant im Innenhof.

Vor einiger Zeit hat die "Wohnen an der XOX GmbH" Ruffen als Gesellschafter ausgetauscht. Im Januar dieses Jahres hatte Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer zur RP vor diesem Hintergrund gesagt: "Wir verhandeln weiter über die planerischen und gestalterischen Voraussetzungen, unter denen dieser Bau verwirklicht werden kann."

Gefragt, ob die Stadt das Projekt mit der Gesellschaft aktuell weiter verfolge, teilte die Verwaltung nun mit: "Die Gesellschaft hatte zwischenzeitlich einen neuen Geschäftsführer, der die Angelegenheit eine Zeit lang bei der Verwaltung weiter vertreten hat. Die Grundstücksangelegenheiten mit dem Eigentümer (Udo Tjaden, d. Red.) waren aber noch nicht abgeschlossen. Es ist zu erwarten, dass die Thematik absehbar wieder zur Diskussion gestellt wird. Wann und mit welchen Inhalten, kann nicht beantwortet werden."

Quelle: RP
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