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Kevelaer
Kevelaerer predigen für Kevelaerer

Kevelaer. Statt gestandener Theologen werden an den Adventssonntagen Menschen wie Du und Ich zu den Kirchenbesuchern sprechen. Die Idee dazu hatte Kaplan Christoph Schwerhoff. Mit dabei ist auch Bürgermeister Dominik Pichler. Von Bianca Mokwa

An den Adventssonntagen wird etwas anders sein. Einige Besucher der Gottesdienste in der Basilika werden nicht nur in der Kirchenbank sitzen und zuhören. Sie werden selber an das Mikrofon treten. "Kevelaerer predigen für Kevelaerer" lautet das Motto.

Die Idee dazu hatte Kaplan Christoph Schwerhoff. Er wird aber nicht zu hören sein. " Für mich ist es interessant, Menschen zu hören, die ihren Alltag im Glauben gestalten." Schwerhoff ist auf die Suche nach diesen Menschen gegangen und fündig geworden. "Ich bin ja noch nicht so lange hier", sagt der Kaplan. Seine Auswahlkriterien waren: "Wo was dahintersteckt im Glauben und wer gerne was machen möchte." Seine Auswahl fiel auf Kirchenvorstandsmitglied und Unternehmer Edmund Bercker, auf Bürgermeister Dominik Pichler, die Klarissenschwestern und Katechetin Verona Marliani-Eyll.

Sie ist die erste, die bei der Reihe zu Wort kommt. "Ich habe erst gezögert, weil ich weder eine theologische noch rhetorische Ausbildung habe." Außerdem habe sie überlegt, ob ihr das nicht zu persönlich sei, über den eigenen Glauben zu sprechen. "Das kennt man in den katholischen Kreisen gar nicht so", sagt sie über die Form, Zeugnis zu geben, über das zu reden, was der christliche Glaube einem bedeutet und was er mit einem macht. "Die Freikirchen haben das eher drauf."

Aber nach allem Nachdenken hat sie sich entschlossen, es doch zu tun, weil es richtig ist. "Ich denke, dass jeder Christ den Auftrag hat, über seinen Glauben zu sprechen, über das, was er verstanden hat. Das ist in vielen anderen Lebensbereichen doch auch so, wenn man von etwas begeistert ist, spricht man darüber." Schwerhoff spricht von "der Schönheit und lebensprägenden Kraft des Christentums".

Aber es soll auch um die unbequemen Seiten gehen. "Der christliche Glaube ist auch eine Kraft, die provozieren kann. Nicht alles ist immer verständlich und nachvollziehbar." Das können auch die Botschaften von Jesus Christus selbst sein. "Wenn Jesus davon spricht, dass ich den Nächsten wie mich selbst lieben soll und der mir aber gerade im Straßenverkehr die Vorfahrt nimmt, dann ist das schwer." Schwerhoff geht noch einen Schritt weiter. Die Nächstenliebe gelte selbst den Terroristen heutzutage. Jesus selbst fordert zur Feindesliebe auf, denen gegenüber, die einen verfolgen. "Das fällt mir persönlich nicht leicht", sagt Schwerhoff.

Aber genau um dieses Ringen wird es auch gehen, wenn der christliche Glauben von Menschen erzählt wird, denen er etwas bedeutet, wenn er nicht vorgelesen wird, sondern gelebt. Reiche es ihm denn, wenn zu den Veranstaltungen diejenigen kämen, die immer in die Kirche gehen? Der Kaplan überlegt nicht lange. "Es reichen mir nie, die da sind. Wir versuchen auch Menschen anzusprechen, die noch den Glauben suchen."

Ziel der Veranstaltung "Kevelaerer predigen für Kevelaerer" sei es den Glauben zu stärken oder auch ans Überlegen zu kommen: Wäre dieser Glaube auch etwas für mich?

Quelle: RP
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