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Kevelaer
Kevelaerer SPD ist gegen Ausbau von Mastbetrieb

Kevelaer. Die Kevelaerer Sozialdemokraten sprechen sich gegen den geplanten Ausbau eines Hähnchenmastbetriebes in Schravelen aus. Fraktionsvorsitzender Ralf Angenendt hat bei der Stadtverwaltung Kevelaer seine Einwendung zum Erweiterungsantrag eingereicht, das Vorhaben sei nicht genehmigungsfähig. Auch der Ortsverein äußerte jetzt Kritik an dem geplanten Vorhaben. Von Ellen Schlütter

Verdreifachung der Kapazitäten

Der Schravelener Geflügelmastbetrieb soll um mehrere Stallgebäude erweitert werden. Damit würde die Zahl der Tiere auf rund 120 000 erhöht – eine Verdreifachung der bisherigen Kapazitäten. Bei einer "derart massiven Betriebserweiterung" fehle Angenendt zum einen ein Verkehrsgutachten mit Vergleichszahlen. Angenendt kritisierte zudem das vorliegende Brandschutzgutachten und stellte in Frage, ob die Kleinkläranlage auch nach dem Ausbau genügen werde. Da es sich um einen Außenbereich handele, sei der Paragraph 35 des Baugesetzbuches anzuwenden: Die geplante Betriebserweiterung entspreche nicht den darin festgeschriebenen "Erfordernissen einer angemessenen Erweiterung". Nicht zuletzt liege das Vorhaben innerhalb des Landschaftsschutzgebietes. "Triftige Gründe zur Erteilung einer landschaftsrechtlichen Ausnahmegenehmigung" sehe Angenendt nicht.

Der SPD-Ortsverein wendet sich ebenfalls gegen die Erweiterung. "Die vorgegebene Begründung für ein Unternehmen dieser Größenordnung ist die notwendige Versorgung der Bevölkerung", heißt es in ihrer Erklärung. "Hinter diesem heuchlerischen Argument verbirgt sich jedoch pure Gewinnlust." Es fehle an Respekt vor den Tieren, die nur noch als "profitträchtige Ware betrachtet" würden, so die SPD. "Wir sind der Auffassung, dass der Gesetzgeber in dieser Frage gefordert ist, den Tierschutz wieder neu zum Thema zu erheben." Der jetzige Zustand sei mit der Wertevorstellung des SPD-Ortsvereins nicht vereinbar.

Auch die Kevelaerer Grünen haben sich bereits gegen den Betriebs-Ausbau ausgesprochen. Noch bis Mitte der Woche sind die Unterlagen in der Kreisverwaltung Kleve und in Kevelaer ausgelegt.

Quelle: RP
 
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