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Kevelaer
Kevelaers Flüchtlingsboot voll Hoffnung

Kevelaer: Kevelaers Flüchtlingsboot voll Hoffnung
Der Baumstamm wurde bei der Zimmer-, Tischler- und Holzbaufirma der Familie Van Aaken in Kevelaer in eine Piroge verwandelt. Der Runde Tisch Flüchtlinge Kevelaer sowie die örtliche Caritas sind bei der Umsetzung des Projekts ebenfalls mit von der Partie. FOTO: Gerhard Seybert
Kevelaer. Im Gedanken an das Schicksal von vielen tausend Flüchtlingen im Mittelmeer haben Firmen und soziale Einrichtungen für den Bau einer symbolträchtigen Piroge zusammengearbeitet. Eine Basilikastunde zum Thema ist geplant. Von Christoph Kellerbach

Mitte Juni klangen 23 000 Glockenschläge aus Köln. Hunderte Kirchen im dortigen Erzbistum wollten damit an die Flüchtlingssituation im Mittelmeer erinnern und an die vielen Toten, welche diese bereits gefordert hat. Diese Glockenschläge klangen weiter und erreichten schließlich auch die Marienstadt. Die Aktion Pro Humanität trug eine Idee an Kevelaers Wallfahrtsdirektor Rolf Lohmann weiter: Den Bau einer symbolhafte Piroge - eines Schiffes, welches aus einem einzelnen Baumstamm herausgearbeitet wurde - sowie einer Basilikastunde, um die hiesigen Menschen weiter für das Schicksal der Mittelmeer-Flüchtlinge zu sensibilisieren.

Der Baumstamm, gestiftet von der Firma Holz Rören in Krefeld in Kooperation mit dem Schreiner-Unternehmen Tervooren, kam schließlich vor zwei Wochen bei der hiesigen Zimmer-, Tischler- und Holzbaufirma der Familie Van Aaken an und wurde dort innerhalb von 50 schweißtreibenden Arbeitsstunden in eine Piroge verwandelt.

Der Runde Tisch Flüchtlinge Kevelaer sowie die örtliche Caritas waren bei der Umsetzung und Planung der Idee ebenfalls mit von der Partie, denn nach dem Bau des Bootes soll dieses nun noch weiter mit den Erlebnissen der Flüchtlinge verbunden werden. Unter der Leitung der vielgelobten Künstlerin Bettina Hachmann, die die Aktion Pro Humanität bereits des Öfteren unterstützt hat, "wollen wir nämlich kleine Gruppen mit den bereits bei uns angekommenen Flüchtlingen bilden, um behutsam Ornamente auf die Piroge aufzutragen", so die Künstlerin.

"Hier in Kevelaer mit Maria, der Trösterin der Betrübten, ist es allein vom spirituellen Hintergrund her schon wichtig, dass wir versuchen, diesen Leuten zu helfen", erklärte Pastor Rolf Lohmann.

"Jene die gestorben sind, die sich auch noch auf dem Weg zu uns befinden, die sich auf den Weg machen und jene, die bereits bei uns Unterschlupf gefunden haben: Es ist wichtig die Menschen daran zu erinnern."

Elke Kleuren-Schryvers von der Aktion Pro Humanität lobte, "dass es immer wieder faszinierend ist an Kevelaer, wie schnell so eine Idee gemeinschaftlich wachsen kann". Am gestrigen Freitag wurde die Piroge im Brunnenhof des Kapellenplatzes aufgestellt und soll dort bis Ende September stehen, wenn der große Pilgerandrang vorbei ist.

Danach ist angedacht, das Boot ins Forum Pax Christi zu stellen. Mit so vielen hilfreichen Händen gebaut, ist Kevelaers Flüchtlings-Piroge kein Boot, das Menschen trägt, sondern eines, das mit Träumen und Hoffnungen gefüllt ist. Wünschen, dem Sterben im Mittelmeer ein Ende zu setzen.

Das gleiche Thema wird in der Basilikastunde am Mittwoch, 12. August, ab 20 Uhr noch einmal verfestigt. Video-Botschaften verschiedener Persönlichkeiten sind geplant sowie ein Ausschnitt aus der Dokumentation "Die Piroge", die vom Erleben einer dramatischen Flüchtlingsfahrt handelt.

Quelle: RP
 
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