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Weeze
Kommt ein Flugzeug geflogen

Weeze: Kommt ein Flugzeug geflogen
FOTO: Thomas Binn
Weeze. Ein lang gehegter Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Gestern Morgen wurde der erste Teil einer Canberra am Royal Air Force-Museum an seinen Platz gehoben. Eine aufwändige Aktion. Von Sebastan Latzel

Die "Landebahn" für das neue Flugzeug muss erst einmal freigeräumt werden. Denn dort, wo das neue Museumsstück platziert werden soll, stehen momentan noch zwei Geschütze im Weg. Also steht zunächst der Abtransport der Artillerie auf dem Programm der aufwändigen Aktion am Airport-Museum. Eine ganze Zahl an Helfern ist gekommen, um bei dem Projekt anzupacken. Der schwere Kran, der extra für diesen Tag angemietet ist, hebt die Geschütze langsam in die Höhe und hievt sie an die Seite. Der Platz ist damit frei für das neue Flugzeug. Vielmehr den ersten Baustein der Canberra, die den Weg von England an den Niederrhein diesmal nicht in der Luft zurückgelegt hat.

Das Flugzeug stand bislang im Gatwik Aviation Museum und war dem Team in Weeze angeboten worden, weil das Museum in England seine Sammlung umstrukturiert. Nachdem der Ankauf geregelt war und auch die Finanzierung für den aufwändigen Transport an den Niederrhein stand, ist in der letzten Woche ein Montageteam um Konrad Josten nach Gatwick gefahren, um dort das Flugzeug zu demontieren. Hilfe gab es von einigen britischen RAF-Veteranen, die das Flugzeug noch aus ihrer aktiven Zeit kennen.

Der Rumpf, der auf den ersten Blick wie das Stück einer Rakete wirkt, wurde auf einen Lastwagen gehievt und machte sich auf die Reise nach Weeze. Jetzt steht der Truck mit seiner ungewöhnlichen Fracht am Museum - und es wird ernst. Vorsichtig werden kräftige Seile um den Rumpf gebunden und befestigt. Ganz langsam hebt der Kran das neun Tonnen schwere Teil ein Stück in die Höhe. Dann fährt der LKW-Fahrer seinen Truck nach vorne. Im nächsten Moment schwebt die "Canberra-Rakete" in der Luft. Danach geht alles ganz schnell. Das Teil wird an seinen Platz gehievt. Hier soll dann in den nächsten Wochen aus dem Rumpf ein komplettes Flugzeug werden. Triebwerke, Leitwerk und Fahrwerk sind schon da und sollen nach und nach eingebaut werden, erläutert Heinz-Willi Knechten vom Museum. Die Tragflächen sind momentan noch in England. Sie sollen demnächst ebenfalls per LKW an den Niederrhein kommen.

Bereits jetzt ohne Tragflächen wirkt die Maschine imposant: 20 Meter ist die Canberra lang, die Flügel haben ebenfalls eine Spannweite von 20 Metern.

Während der vermutlich letzte Ausflug der Maschine eher gemächlich über die Bühne ging, war der Flieger früher ein echter Tempobolzen in der Luft. Die Canberra, die ein Aufklärer und kein Bomber ist, hatte 1953 am Hochgeschwindigkeitsrennen nach Christchurch in Neuseeland teilgenommen. Die Strecke hatte das Flugzeug in der schnellsten Zeit zurückgelegt.

Mit der Maschine ist für die Verantwortlichen des Museum ein alter Traum in Erfüllung gegangen. "Ziel war immer, hier Flugzeugtypen zu zeigen, die früher in Laarbruch stationiert waren", sagt Knechten. Im Mai soll das Flugzeug komplett fertig sein. Und vielleicht kommt ja bald schon die zweite Maschine nach Weeze. "Wir hoffen darauf, auch noch eine Hawker-Hunter zu bekommen", so Knechten. Hier sei man noch in Gesprächen.

Quelle: RP
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