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Kevelaer
Konzept gegen rückläufige Übernachtungszahlen

Die Stadt Kevelaer hat sich mit dem Projekt "Sole- und Pilgerpark" erfolgreich um Fördergelder aus einem EU-Fonds beworben. Als mögliche Fördergelder stehen 1,78 Millionen Euro im Raum, bei einer Gesamtinvestition von 2,22 Millionen Euro.

Für die Sitzung hatte die Verwaltung noch einmal die Ausgangslage skizziert, die dazu geführt hat, die Idee zu entwickeln. Darin heißt es: "Die Wallfahrt unterliegt insgesamt einem Veränderungsdruck. Waren es noch vor Jahren in der Hauptsache Pilgergruppen und geführte Busgruppen, so sind heute etwa 40 Prozent der Pilgergäste laut Auskunft der Wallfahrtsleitung privat organisiert, etwa 60 Prozent nutzen das Wallfahrtsbüro für Gruppenbesuche. Das sind nach wie vor mehr als 1000 angemeldete Gruppen pro Jahr."

In der Saison vom 1. Mai bis 1. November seien die Quartiere oft ausgebucht. Gleichwohl gebe es gerade im Beherbergungsbereich seit vielen Jahren Stagnation. Teilweise zeichne sich auch eine rückläufige Entwicklung ab, insbesondere auch, weil vorhandene Angebote strukturelle und qualitative Defizite aufweisen.

"Die Zahl der Übernachtungen ist insofern rückläufig und lag 2014 bei rund 108.000", listet die Verwaltung auf.

Die 2008 erreichte Zahl von rund 166.000 Übernachtungen sei seitdem nicht wieder erreicht worden. Die Aufenthaltsdauer sei von 2,5 auf 1,8 Tage zurückgegangen. "Hier besteht dringend konzeptioneller Handlungsbedarf, um dieser negativen Entwicklung zielgerichtet gegenzusteuern."

Die rückläufige und veränderte Nachfrage von Pilgern treffe auch Kevelaer. "Gleichzeitig steigt das Nachfragepotenzial im Bereich des spirituellen Tourismus. Für diesen ,neuen' Pilgertourismus braucht es zeitgemäße Angebote und Impulse. Ein Beispiel hierfür ist die steigende Beliebtheit des Jakobswegs nach Erscheinen des Bestsellers von Hape Kerkeling", so die Verwaltung.

Vor einigen Jahren sei in Kevelaer eine Jod-Sole-Thermalquelle auf der Hüls erschlossen worden. Sie biete dem Erholungsort Kevelaer Chancen, das Angebotsprofil der Stadt gemäß dem Motto "Gesund an Leib und Seele" abzurunden. Die Quelle sei als staatlich anerkannte Heilquelle zertifiziert.

Die Chance einer erfolgreichen, authentischen Vermarktung und Verbindung zur Wallfahrt werde insbesondere im Bereich von ansprechenden Angeboten gesehen, die innovativ und modern miteinander verknüpft werden müssten, heißt es.

Quelle: RP
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