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Kevelaer
Künstler setzen sich ins rechte Bild

Kevelaer. Ein Schmetterling wird nicht sofort als Schmetterling geboren, das weiß jedes Kind. Und ein Kunstwerk ist nicht sofort ein Kunstwerk. Beides ist ein Prozess. Wenn man nun das Wort Imago ins deutsche Übersetzt, so wie es Bürgermeister Dr. Dominik Pichler in seiner Begrüßungsrede tat, dann erkennt man den Zusammenhang. Mit Imago wird in der Zoologie ein fertig ausgebildetes, geschlechtsreifes Insekt nach der letzten Häutung bezeichnet. Aus dem Lateinischen übersetzt heißt es "Bild". Als Besucher der Ausstellung befindet man sich in Mitten dieser Imago. Wie es zum Beispiel bei dem Prozess eines Bildes ist, welches an Aktualität in 23 Jahren nicht eingebüßt hat. Es geht um ein Bild von Gisela Meis. Sie stellte Bilder aus, die sie zu Zeiten des Balkan-Krieges gemacht hat. Es sind Familien zu sehen, die vor dem Krieg flüchten. Es sind Bilder, die einen, trotz der schwere des Themas, nicht erschlagen, sondern eher dazu anregen, in die Tiefe zu gehen. Auch bei Hildegard Jacobs-Douteil geht es um den Blickwinkel. Sie schaut sozialkritisch auf die Situation in den Familien, in denen das Handy zum Hauptkommunikations- und Spielzeug geworden ist. Aber auch einen Baum, der die Vergangenheit mit der Zukunft verbindet, konnte man in der Ausstellung bewundern. Mit Raphaele Feldbrügge ist eine Fotografin dabei, die faszinierende Aufnahmen von Landschaften und Natur in den Einklang zu bringen weiß. Landschaften mit verschiedenen Techniken und Farben haben auch Hedwig Boßmann und Gregor Douteil auf ihren Leinwänden entstehen lassen. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass viele Künstler nicht nur eine Stilrichtung bedienten. Oft gab es sehr viele Ansätze und Techniken, an denen man die Breite und Klasse der ganzen Künstlergruppe erkennen konnte. Hanne Stenmans zeigte Werke mit pastelligen Tönen und verspielten Motiven. Bei Claudia Haufs konnte man großformatige Bilder mit abstrakten Motiven sehen. Der Künstler Gerd Baum zeigte seine Bandbreite in Werken, die sich zum einen mit dem Thema Demenz beschäftigen, aber auch mit der menschlichen und politischen Situation auf dem Majdan im Jahre 2014. Der Gang durch die Ausstellung ist mit unter eben auch für den Betrachter ein Häuten und Verpuppen, ein Entwickeln. Man wird angeregt, kann sich in andere Welten träumen. Von Anne Kirking

Bei Judith Schelbergen kann einen dieses Gefühl schon mal schnell ereilen. Ihre Collagen zeigen Figuren, die auf einer Leinwand angebracht sind, die eine romantische Szene darstellen.

Susanne Stenmans bedient dieses Gefühl nicht weniger. Mit ihren wunderschönen Keramiken, die vielseitig einsetzbar sind, möchte man gerne sein Wohnzimmer oder auch Garten schmücken. Bei Ingrid Stermann darf man auch schon mal ganz nah an die Kunst ran. Sie hat mit unterschiedlichen Strukturpasten mehrere Schichten aufgetragen, die miteinander reagieren.

Quelle: RP
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