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Kevelaer
Lampedusa-Kreuz hinter Glas

Kevelaer. Zur Eröffnung der Wallfahrt wird das Mahnmal im Brunneninnenhof der Marienbasilika aufgestellt. Es erinnert an das Schicksal der Flüchtlinge. Von Michael Klatt

Hunderttausende von Pilgern steuern jedes Jahr das kleine Bild der "Consolatrix afflictorum" in der Kevelaerer Gnadenkapelle an. Auf die vom Leben Geschlagenen und Gezeichneten bezieht sich in der neuen Wallfahrtsaison jedoch nicht nur das berühmte Marienbildnis. Auf die Menschen, die betroffen sind von den Krisen und Kriegen der Welt, weist als Mahnmal das Lampedusa-Kreuz hin.

Unter dem Motto "Perspektivwechsel" erhält das blaue Kreuz zur Wallfahrtseröffnung am 1. Mai einen neuen Standort. Es bildet das Zentrum einer gläsernen Litfaßsäule, die im Brunneninnenhof der Marienbasilika errichtet wird. Das Projekt der Litfaßsäule ist eine Gemeinschaftsaktion der Kirchengemeinde St. Marien und der Stiftung "Aktion pro Humanität" (APH). Es entsteht fast komplett durch ehrenamtliches Engagement oder Spenden der beteiligten Handwerker und Unternehmen.

"Wir wollen damit viele ,afflicti', víele Menschen, die unter den aktuellen Kreuzen leiden, zusammenfassen", erklärt Elke Kleuren-Schryvers von APH.

Die sechs Glaswände der Säule weisen in Text und Bild auf Themen hin, die für Probleme der heutigen Zeit stehen: das Lampedusa-Kreuz, Flucht, Armut in der Welt, Waffen, Umwelt/Schöpfung und als Hilfsprojekt des Perspektivwechsels das Frauen-Mikrokreditprojekt Buamtandi im Niger. Viehzucht soll Frauen und ihren Familien eine Perspektive für mehr Teilhabe und weniger Armut in ihrer Heimat geben.

Eines der am Lampedusa-Kreuz behandelten Themen - Waffenproduktion und Waffenhandel - soll laut Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann eine große Rolle bei der nächsten interreligiösen Friedenswallfahrt am 28. August und in deren Umfeld spielen. Im vergangenen Jahr hatte diese Veranstaltung erstmals stattgefunden.

Mit dem Ende der Wallfahrtszeit am 1. November zieht das Lampedusa-Kreuz um. Es wird dann während des Krippenmarktes im Forum Pax Christi zu sehen sein.

Die Piroge, die als ähnlich starkes Sinnbild für das Flüchtlingselend vom Lampedusa-Kreuz abgelöst wird, bleibt ebenfalls in Kevelaer. Wie Pastor Rolf Lohmann dazu mitteilte, kommt sie in die Tischlerei van Aaken. Dort befinde sich ein kleines Freilichtmuseum.

Quelle: RP
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