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Kevelaer
Land-WG für unerwünschte Haustiere

Kevelaer. Bei Familie Deinat in Pfalzdorf finden Hunde, Katzen, Hühner und "Exoten", die niemand haben möchte, ein Zuhause. Von Anja Settnik und Ann-Lea Woitge

Einen ausgewachsenen Mastiff in die Flucht zu schlagen - dazu gehört schon einiges. Der mächtige Koloss braucht vor anderen Hunden kaum Respekt zu haben. Der schwarz-weiße Willi allerdings hat offenbar keine Ahnung, wen er da gerne in die Beine zwickt. Der Streifen-Skunk, auch Stinktier genannt, ist im Grunde ein friedliebendes Tier und mit einer übelriechenden Spezialwaffe ausgestattet, die es im allgemeinen unnötig macht, auch noch seine Zähne einzusetzen. Wenn ihm aber der riesige Hund zu nahe kommt, beißt er ihm in die Fesseln. Was der nicht mag.

Solche Szenen bekommen Ortrud und Walter Deinat regelmäßig zu sehen, denn sie leben auf ganz viel Platz im Außenbereich von Pfalzdorf mit zahlreichen Tieren zusammen. Mit einigen, die sie sich selbst ausgesucht haben, und viel mehr Exemplaren, die ihnen von den Ordnungsbehörden überlassen wurden. Familie Deinat ist für den Nordkreis Kleve nämlich die zuständige Stelle für entlaufene und beschlagnahmte Haustiere.

Ab und zu finden dort auch exotischere Tiere Unterschlupf. Zum Beispiel Miro und Philipp, zwei Waschbären, die zur WM 2006 zu den Deinats kamen. "Deshalb haben wir sie nach den Fußballspielern Klose und Lahm benannt", erklärt die Hausherrin schmunzelnd. Mitten in der Gocher Innenstadt hatten Anwohner mal einen Waschbären entdeckt. Den hat Walter Deinat gefangen und an Wilhelm Schnabel übergeben, den Mann, der für die aufgelesenen Wildtiere im Kreis zuständig ist. Miro und Philipp hingegen stammen aus Kassel, wo sie als verwaiste Jungtiere von Menschen aufgenommen wurden. In Pfalzdorf werden sie in einem großen Gehege gehalten, in dem sie sich wohl fühlen. Mehrfach wurden die zahmen Waschbären schon für Werbefilme eingesetzt. "Aber das kommt heute kaum mehr vor, weil die Fernsehleute lieber mit Animation arbeiten", sagt Deinat.

Dann gibt es in der Auffangstation noch Hunde, Katzen, Hühner, Frettchen, Bartagamen, Ziegen oder auch mal eine Schlange, Tiere, die übrig bleiben, wenn sie einem Menschen lästig werden. Erst kürzlich fand sich ein Besitzer für einen kleinen Welpen, dessen trächtige Mutter in Kehrum gefunden und nach Pfalzdorf gebracht worden war. Ihre vier Jungen wurden alle vermittelt.

Quelle: RP
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