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Wallfahrt in Kevelaer
"Laute, knatternde Engel" in Kevelaer

Biker fahren durch Kevelaer
Biker fahren durch Kevelaer FOTO: Gottfried evers
Kevelaer. Motorradwallfahrt in Kevelaer: Rund 177 Biker waren bei der Andacht auf dem Kapellenplatz, während etwa 700 Maschinen am Abend bei der großen Lichterfahrt mitmachten - trotz des schlechten Wetters.  Von Christoph Kellerbach

Am Wochenende regnete es immer wieder und das nass-kalte Wetter war nicht optimal für die 33. Motorradwallfahrt. "Aber aufhalten tut es uns auch nicht", meinte Bernd Blaszkiewicz, der mit seiner Suzuki Intruder 1400 nun bereits seit vielen Jahren teilnahm. "Es hat eben etwas unglaublich familiäres und die meisten Menschen sieht man sonst im Jahr eben nicht. Das Zusammensein ist einfach das Beste."

Am Freitagnachmittag begann das große Event mit der Anreise und dem Aufbau der zahlreichen Biker. So hatte man die Möglichkeit mal wieder alte Freunde zu treffen. Die eigentliche Wallfahrt begann Samstag mit einer Begrüßungsreise zum Kapellenplatz. "Das ist jedes Jahr etwas ganz Besonderes", fand Agnes Volker, eine der vielen Neugierigen vor Ort. "Früher hatte ich auch mal eine Maschine. Daran erinnere ich mich immer noch gerne. Es freut mich zu sehen, dass es immer noch so richtige Motorradfahrer gibt."

"Motorradfahren heißt Freiheit"

177 Fahrer waren gegen 13 Uhr vor Ort, die Kaplan Christoph Schwerhoff alle mit einer kurzen Andacht begrüßte. Nach dem dreimaligen traditionellen Begrüßungshupen erklärte, "dass wir wirklich unter dem Segen Gottes stehen. Das merkt ihr mehr, als alle anderen, wenn ihr mit so viel Freude durch die Natur fahrt und ihr dabei deren Kräfte auf euch Einwirken spürt." Der Kaplan führte aus: "Das Motorradfahren hat etwas mit Freiheit zu tun, mit Selbstbestimmtheit. Ich denke, das ist es, was die Fahrer ausmacht und ich wünsche mir, dass ihr auch während dieser Tage diese Freiheit erfahrt!"

Gut gelaunt fuhren im Anschluss die Biker wieder zu ihrem Rastplatz, so auch Frank Leukers mit seiner grünen Harley Davidson. "Denn auch wenn meine Frau und ich aus Kevelaer kommen, so zelten wir natürlich auch mit auf dem Platz. Der Zusammenhalt ist wichtig. Denn als Motorradfahrer hat man eben auch einen speziellen Bezug zur Maria. Schließlich soll man nicht schneller fahren, als der Schutzengel fliegen kann. Aber dennoch kommt man als Fahrer immer wieder in Situationen, bei denen man an der Grenze liegt. Wenn man Glück hat, dann kann man schon einmal 'Danke!' sagen!"

Am Samstagabend stand sie dann an, die große traditionelle Lichterfahrt der rund 700 Motorräder, die sich mit eingeschalteten Scheinwerfern auf den Weg bis zum Kapellenplatz machten. Kaplan Christoph Schwerhoff fuhr bei einem der Biker mit: "Hinten aus Twisteden raus, an den Maasduinen vorbei und zurück nach Kevelaer. Das waren rund 50 Kilometer und es war einfach richtig aufregend." Pastor Rolf Lohmann war derweil mit auf der Maschine von Erzbischof Laurent Lompo aus Niger unterwegs. Mit großen Augen und noch größerem Lächeln beschrieb Zuschauerin Mara Johannes die Einfahrt der Motorräder in die Marienstadt: "Die vielen Fahrer wirken immer wie eine Schar von lauten, knatternden Engeln."

Für die Fahrer war der Abend aber noch lange nicht vorbei, denn das gemütliche Beisammensein ging am Zeltplatz am Rande von Kevelaer weiter mit der Live-Band "Sex in the Fridge". Nach einem kurzen Wortgottesdienst am Sonntagvormittag machten sich alle Biker zur großen Abschiedsfahrt auf. Die führte ein letztes Mal zum Kapellenplatz. Dort vollzog Kaplan Christoph Schwerhoff die alljährliche Segnung der Teilnehmer und Maschinen und verabschiedete sich herzlich von allen Fahrern.

Noch mehr Fotos auf www.rp-online.de/kevelaer

Quelle: RP
 
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