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Kevelaer
Mechelener Platz: Politik für Trichter

Kevelaer: Mechelener Platz: Politik für Trichter
FOTO: Stadtumbau
Kevelaer. Zu der Neugestaltung der Fläche lagen ursprünglich vier unterschiedliche Varianten auf dem Tisch. Die von der Bürgerinitiative favorisierte Alternative lehnte der Ausschuss ab. Die Parteien votierten für Variante 1. Von Sebastian Latzel

Die meisten Bürger verließen bereits vor der Abstimmung den Saal. Das lag nicht nur daran, dass es unerträglich heiß war, sondern dass in der Debatte schnell deutlich wurde, dass die Variante 4 bei der Politik keine Chance hat. Wie berichtet, hatte die Bürgerinitiative Mechelener Platz eben jene Alternative favorisiert, die unter dem Namen "Organisch" ins Rennen gegangen war. Diese Variante betont vor allem den Parkcharakter, ist besonders verspielt und führt drei geschwungene Arme über den Platz. Allerdings gebe es bei diesem Vorschlag ein Problem, das auch Planer Helmut Hardt direkt ansprach. "Bei der Variante 4 wird es schwierig, die Anlieferung zum Museum zu gewährleisten." Er schlug daher die Variante 1 vor, die trichterförmig gestaltet ist.

Diesem Vorschlag folgte auch der Großteil der Politiker. Heinz-Josef van Aaken von der KBV verwies darauf, dass Variante 1 genau die Lösung sei, die er sich gewünscht hätte. Dort seien alle Belange berücksichtigt einschließlich Museum sowie Kinder und Senioren. Jutta Bückendorf von der CDU berichtete, dass man in der Fraktion zwischen Variante 1 und 4 geschwankt habe. Schließlich habe man sich dann für die Variante 1 entschieden. "Denn hier bleibt auch weiterhin der Platzcharakter erhalten", sagte sie. Variante 4 sei sehr stark auf Park und Spielplatz zugeschnitten. Gleichzeitig berücksichtige Variante 1 die Spielsituation und beziehe auch das Element Wasser mit ein. Bei der SPD sei das ähnlich diskutiert worden, so Horst Blumenkemper. Auch die Genossen hätten sich für Variante 1 ausgesprochen. Die Grünen hatten zwischen den Varianten 1 und 2 geschwankt. Ulrich Hünerbein-Ahlers bat darum, das Areal nicht so sehr mit Spielgeräten vollzupacken. "Mechelener Platz kommt schließlich vom Begriff Platz", sagte er. Den müsse man später auch noch erkennen können. Als einzige Fraktion stimmte die FDP gegen Variante 1. Wilhelm Gerats warnte davor, dass Bebauung den Platz stark einengen würde. Dafür gab es Applaus der Bürger. Die Verwaltung wies darauf hin, dass Bebauung jetzt noch gar kein konkretes Thema sei. Hier werde auch kein Bebauungsplan aufgestellt. Der Planer habe solche Überlegungen aber schon im Konzept berücksichtigt. Vor allem weil er erfahren habe, dass es von Seiten des Museums den Wunsch zu einer Erweiterung gebe.

Die links dargestellte Variante 1 fand die Mehrheit. Abgelehnt wurde dagegen die Variante 4 (r.). Vier Gestaltungsmöglichkeiten standen zur Auswahl. FOTO: Stadtumbau

Mit der Umgestaltung des Platzes soll erreicht werden, dass er Struktur bekomme, mehr Aufenthaltsqualität. Dazu soll auch beitragen, dass das Areal vom Verkehr freigehalten wird (außer Anwohner und Anlieferung). Seinen Charakter als Grüne Oase, Spielplatz, Museumsvorplatz und Wohnumfeld soll er behalten.

Die Kosten wurden auf 330.000 Euro gedeckelt. Wird es teurer, muss dieses Geld bei anderen Projekten im Zuge der Stadtkernerneuerung eingespart werden.

Quelle: RP
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