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Kevelaer
Mensa-Projekt soll fortgeführt werden

Kevelaer. Mit einem Film wird die Arbeit in der Lehr-Küche am Schulzentrum vorgestellt. Von Sebastian Latzel

Stephan hat hier die Leidenschaft fürs Kochen entdeckt, Jessica sogar ein Rezept fürs Leben. Die beiden Auszubildenden stehen exemplarisch für die jungen Menschen, die über die Mensa am Schulzentrum den Einstieg in das Berufsleben gefunden haben. Denn hier ist vor vier Jahren ein Projekt entstanden, das durchaus beispielhaft ist, wie Falko van den Bruck vom SOS Kinderdorf Niederrhein erläutert. Dass zeige sich auch dadurch, dass es immer mehr Anfragen von außerhalb gebe, die sich für das Kevelaerer Modell interessieren.

Entstanden ist es vor vier Jahren mit dem Start der Mensa am Schulzentrum. Damals stand die Stadt vor der Frage, ob man das Essen nur liefern oder gleich vor Ort auch zubereiten lässt. Der Lieferservice hätte 300.000 Euro gekostet, die frische Küche 600.000 Euro. Allerdings hätte die Stadt beim Lieferservice das Personal stellen müssen. Das hätte noch einmal 150.000 Euro im Jahr gekostet. Da für Kevelaer aber von Anfang an klar war, dass man für diesen aufwändigen Service keine Ehrenamtlichen einspannen möchte, kam schließlich die Idee auf, die Mensa mit einer Lehrküche zu verbinden. Das SOS Kinderdorf erhielt den Zuschlag für das Projekt und zieht nach vier Jahren eine positive Bilanz. 47 Auszubildende wurden bereits in der Mensa-Küche aufgenommen, die dort die Lehre zu Koch, Beikoch oder Hauswirtschafterin absolvieren. Durch einen engen Kontakt zum Verband Dehoga gebe es auch die Möglichkeit, den jungen Leuten zu helfen, Anstellungen zu finden.

Gleichzeitig würden die guten Belegungszahlen zeigen, dass das Essen den Schülern offenbar schmeckt. 2012 waren 37.835 Essen in der Mensa zubereitet worden, im vergangenen Jahr waren es bereits 79.816. An Spitzentagen werden 450 Mittagessen ausgegeben. Nicht nur den Schülern schmecke das, auch viele Lehrer gehen hier essen, wie Michael Cuypers, Leiter der Gesamtschule Kevelaer-Weeze, erklärte. 3,60 Euro kostet das Mittagessen, wer vorbestellt, zahlt nur 3,10 Euro.

Und die Zahl der Mittagessen wird vermutlich in den nächsten Jahren weiter steigen. Denn da die Gesamtschule mit dem gebundenen Ganztag jetzt weiter aufgebaut wird, gehen die Verantwortlichen davon aus, dass in den nächsten vier Jahren etwa 100 Essen pro Tag mehr ausgegeben werden müssen. Wegen dieser enormen Nachfrage sei die Erweiterung der Mensa ein Thema, das in der Zukunft auf der Agenda stehe, so Sozialdezernent Marc Buchholz. Die Voraussetzungen dafür wären da. Das Gebäude ist schon so errichtet worden, dass ein Anbau möglich wäre.

Um das Projekt vorzustellen, ist jetzt ein Film produziert worden. Gleichzeitig soll damit für eine Fortführung des Projektes geworben werden. Noch läuft der Vertrag zwischen Stadt und SOS Kinderdorf. Und beide Seiten sind sehr daran interessiert, ihn fortzusetzen. Produziert hat den Film Jürgen Zellmann zusammen mit Gerhard Seybert.

Quelle: RP
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