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Rp Und Volksbank An Der Niers Präsentieren Helden Unserer Kindheit (4)
Micky und Donald aus Entenhausen

Rp Und Volksbank An  Der  Niers Präsentieren  Helden Unserer Kindheit (4): Micky und Donald aus Entenhausen
FOTO: Evers Gottfried
Kevelaer. Vor fast 90 Jahren wurden die bis heute berühmten Trickfilm- und Zeichentrickfiguren Micky Maus und Donald Duck erfunden. Erst im Zusammenspiel vieler Figuren entwickeln sie ihre Charaktere. Fernsehserien und "Lustiges Taschenbuch". Von Anja Settnik

KEVELAER/WEEZE Bitte nicht Wikipedia bemühen. Das nimmt dieser unvergleichlichen Figur den Zauber, den Menschen seit fast 90 Jahren verspüren, wenn sie an Micky Maus denken. Da steht im Internet-Lexikon doch tatsächlich, dieses charmante Tierchen sei "eine von Walt Disney und Ub Iwerks erschaffene Zeichentrickfigur in Form einer anthropomorphen Maus". Wer sie nicht kennt, wollte sie nach dieser Beschreibung vermutlich auch nicht kennenlernen. Aber wir alle sind ja seit frühester Kindheit einen großen Schritt weiter und lieben die Comicfigur, die in Disney-World überlebensgroß durch den Park tänzelt, ungezählte Comichefte füllt und deren Zeichentrickvariante seit 1928 nicht nur Kinder vor die Fernseher lockt. Wer in diesen Tagen in ein Kaufhaus geht, sieht Micky dort als T-Shirt-Druck, auf Kinder-Taschen und Strümpfen. "Out" ist die vermenschlichte Maus noch lange nicht.

Micky Maus (auf englisch oder besser amerikanisch "Mickey Mouse") ist zugleich unverwechselbare Ikone und ein Sammelbegriff für putzige Comicfiguren. Nicht jeder ist Fan des Wesens mit der kessen schwarzen Nase und den runden Ohren, das immer eine rote Latzhose mit gelben Knöpfen trägt. Mancher macht sich sogar lustig über die Maus und behauptet, jemand, der Helium eingeatmet habe, piepse wie Micky Maus. Um das beurteilen zu können, müsste man schon sehr alte Filme ansehen, denn heutzutage kann der kleine Mäuserich in durchaus erträglicher Stimmlage sprechen.

Übrigens muss ehrlicherweise angemerkt werden, dass Micky alleine nicht ganz so aufregend ist. Erst in den Geschichten mit seinen Freunden aus Entenhausen entwickelt er den Charakter, den die meisten von uns schätzen. Die berühmte Maus ist gutmütig, treu, optimistisch und wäre damit vielleicht ein ganz klein wenig langweilig, wenn sie denn nicht immer ihre weniger tüchtigen Kumpels irgendwo rauszuhauen hätte. Allen voran ist da Donald Duck, der tollpatschige Pechvogel, zu nennen, aber auch die Hunde Goofy und Pluto, Kater Karlo und natürlich Minnie Maus. Dass sie die Verlobte des toughen Micky ist, lässt sich kaum vorstellen, denn die kleine Dame mit Haarschleife, gepunktetem Kleid und Pumps wirkt doch eher etwas dümmlich. Na ja, auch sie wurde vor etwa 90 Jahren erfunden, als die wenigsten Männer und Frauen etwas mit dem Begriff Gleichberechtigung anfangen konnten.

Ehrlich gesagt ist mir die Familie Duck ein wenig lieber als der Mäuse-Clan. Donald und seine Neffen Tick, Trick und Track, sein reicher Onkel Dagobert mit dem schönen Spazierstöckchen und dem Geldspeicher, der geniale Erfinder Daniel Düsentrieb, Gustav Gans, der eitle Dummkopf, mit dem Daisy gerne flirtet - sie alle sind echte Typen. Klasse ist auch die Idee, Donald ein alter Ego an die Seite zu geben: Als Superheld Phantomias nimmt er Rache an Gestalten, die ihn ausnutzen wie etwa sein Onkel Dagobert.

Im Regal der Stadtbücherei oder in der gut sortierten Buchhandlung stehen sie alle friedlich dicht an dicht nebeneinander. Für "Lustige Taschenbücher" wurden Unsummen an Taschengeld über die Ladentheken geschoben, wer gerade nicht ganz so flüssig war, kaufte die dünneren Heftchen.

Ob das heute noch so ist, wagen wir, die wir nicht mehr ganz der Zielgruppe angehören, nicht einzuschätzen, am Kiosk und im Supermarkt sind Micky, Donald und ihre Freunde jedenfalls alle weiterhin im Angebot.

Micky hat sich übrigens im Laufe der Zeit ganz schön verändert.

Als ihn der Zeichner Ub Iwerks 1928 aufs Papier bannte, war Micky noch schwarz-weiß, hatte eine schmale Taille und eine spitzte Nase. Wenige Jahre später wurde das Gesicht voller, das Bäuchlein runder, und seine Augen wirkten viel munterer. Walt Disney, dessen Fernsehstudio Micky berühmt machte, lieh der Maus bis 1949 seine Stimme.

Seitdem gab es natürlich verschiedene Sprecher, aber das ist gar nicht so wichtig. Es ist der Anblick, der jeden schmunzeln lässt, nicht die Stimme.

Quelle: RP
 
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