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Kevelaer
Millionenprojekt an der Ladestraße

Kevelaer: Millionenprojekt an der Ladestraße
Wie sich der Baumarkt später präsentieren soll, zeigt die Animation. FOTO: Vermögensverwaltung
Kevelaer. Der Baumarkt Vos an der Ladestraße soll erweitert und umgestaltet werden. Hinzukommen sollen auch Discounter und ein Fitness-Center. Von Sebastian Latzel

Bürgermeister Dominik Pichler machte gleich klar, dass er bei der ganzen Sache Bauchschmerzen hat: "Ich habe schon immer deutlich gesagt, dass ich dagegen bin, Einzelhandel über die Bahn hin auszuweisen", sagte er im Ausschuss für Stadtentwicklung. Er müsse hier aber einen entsprechenden Ratsbeschluss ausführen, auch wenn er das Thema politisch anders einschätze.

Es geht dabei um ein echtes Großprojekt für Kevelaer: Besitzer Andreas Nettekoven will den Komplex mit Baumarkt an der Ladestraße erheblich umgestalten und erweitern. Die Pläne dafür stellte er den Politikern vor. Der Baumarkt Vos sei in seiner jetzigen Form ein Auslaufmodell. "Ein Markt ist in dieser Größer heute einfach zu klein", sagte er. Daher soll das 5300 Quadratmeter große Nachbargrundstück (Neuhaus) dazukommen. Der Baumarkt soll dann entsprechend erweitert werden und später eine Größe von 6000 Quadratmetern habe. Das sei im Vergleich zur Konkurrenz zwar immer noch recht klein, aber die Mindestgröße, um konkurrenzfähig zu sein. Zusätzlich soll ein zweistöckiges Gebäude entstehen. Oben soll ein Fitnesscenter einziehen, hier sei er sich quasi einig. Nettekoven könnte sich zudem Büros und Praxen vorstellen.

Im Erdgeschoss soll ein Discounter einziehen. Nettekoven steht hier in Gesprächen mit "Netto". "Das Unternehmen ist auf uns zugekommen und hat großes Interesse daran, an diesen Standort zu ziehen", erläuterte Nettekoven. "Netto" werde den Standort an der Gelderner Straße aufgeben. "Hier entsteht eine moderne und ansprechende Architektur und Fassadengestaltung", sagte Nettekoven.
Die Hauptzufahrt zu dem Komplex erfolge über den Kreisverkehr und die Boschstraße. Es sei aber natürlich nicht zu verhindern, dass Kunden auch über die Bahnstraße kommen. Man müsse abwarten, wie sich das verkehrstechnisch auswirkt. Alle Verträge mit den Firmen in dem Center würden für 15 Jahre geschlossen. Damit sei das Objekt dann auch erst einmal für diesen Zeitraum gesichert. 8,5 Millionen Euro wolle man hier investieren, 30 bis 40 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Die Politik hatte noch eine Reihe von Fragen. Heinz-Josef van Aaken (KBV) sprach eben die Verkehrsproblematik an und hat Bedenken, ob die Boschstraße später noch alle Wagen aufnehmen kann. Wilhelm Gerats (FDP) befürchtet, dass Parkplätze verloren gehen, wenn für den Baumarkt auch städtische Stellflächen in der Nähe genutzt werden.

Ludger Holla vom Bauamt erläuterte, dass es zum Verkehr noch ein Gutachten geben würde. Parkplätze würden nicht verloren gehen, weil der Investor diese für die Öffentlichkeit zur Verfügung stellen würde. Ohnehin gehe es noch nicht um die Details, sondern um die grundsätzliche Frage, ob die Stadt überhaupt hier mit einer Planung tätig werden soll.

Dafür war die Mehrheit im Ausschuss. Nur die FDP stimmte dagegen, die Grünen enthielten sich und Ulrich Hünerbein-Ahlers (Grüne) warnte: "Wir läuten hier einen Paradigmenwechsel ein. Wir öffnen Tür und Tor für ähnliche Projekte. Dabei wollen wir doch die Innenstadt stärken."

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