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Kevelaer/Weeze
Mittelkreis unterstützt schnelles Internet

Kevelaer/Weeze. Die Deutsche Glasfaser möchte in Uedem, Weeze, Kalkar und Kevelaer Glasfaserkabel verlegen. Von Anja Settnik

Es ist noch nicht lange her, dass die Telekom auch im Gebiet des Kreises Kleve hier und da neue Leitungen verlegt hat, um den Kunden den Zugang zum superschnellen Internet zu ermöglichen. Doch die Telekom, deren Initiative sogar öffentlich gefördert wird, legt Glasfaser nur bis zu den Verteilern. Die letzten Meter bis ins Haus werden dann üblicherweise die vorhandenen Kupferkabel genutzt – mit erheblichem Geschwindigkeitsverlust.

Das macht die Deutsche Glasfaser anders, warb Regionalleiter Marco Westenberg. Das niederländische Unternehmen mit deutscher Tochterfirma bietet die Leitung, über die mindestens ein Gigabit schnelles Internet möglich werden soll, bis zum Endverbraucher. Und das für eine Bereitstellungsgebühr von nur 50 Euro. Rainer Weber, Ulrich Franken, Britta Schulz und Dominik Pichler, die Bürgermeister von Uedem, Weeze, Kevelaer und Kalkar, unterstützen die Werbeaktion.

"Wir tun das nicht, um dem Unternehmen Deutsche Glasfaser zu helfen, sondern um unsere eigene Infrastruktur weiter auszubauen", betont Pichler. Die Kollegin aus Kalkar, Britta Schulz, sieht das ähnlich. "Wir haben jetzt die Chance, Bürgern und Gewerbetreibenden zu Internet im Gigabit-Bereich zu verhelfen – da müssen wir zugreifen." Dass auch die Telekom schon einiges in den Netzausbau investiert hat, nennt Ulrich Franken "unternehmerisches Risiko". Und er versichert: "Wenn morgen ein anderer mit einem noch besseren Angebot käme, könnte er auch gerne tätig werden."

Wovon die Partner, die die Zusammenarbeit vertraglich besiegelten, eher nicht ausgehen, denn hinter der Deutschen Glasfaser stehen potente Geldgeber. Pro Anschluss soll die Investition 1700 Euro betragen, garantierte Einnahmen sind nur 34,95 Euro pro Haushalt und Monat für zwei Jahre. Danach kann der Kunde, sollten ihm Leistung oder Preis nicht mehr zusagen, den Anbieter wechseln.

Das Problem: Um tätig zu werden, benötigt das Glasfaser-Unternehmen 40 Prozent der Anschlüsse eines Gebiets als Kunden. Und das geht in kleinen Kommunen besser als in größeren Städten, erklärt Westenberg. Die "lokalen Multiplikatoren", also die Kommunalpolitiker, aber auch Vereine oder Bürgerinitiativen, engagierten sich seiner Erfahrung nach stärker, als das im Allgemeinen in Städten der Fall sei. "Wir werden die Nachfragebündelung mit Werbung über Flyer und online, mit Informationsständen und Veranstaltungen begleiten", erklärt Marketing-Frau Nicole Holländer.

Für Bürger, die zwar schnelles Internet wollen, aber keine großen Umstände, versichern die Akteure, dass sie den Kunden sämtliche Umstellungsformalitäten abnehmen, außerdem könne die bisher genutzte Telefonnummer behalten werden, und es sei baulich nicht viel mehr als ein kleines Loch in der Wand nötig. Natürlich muss aber auch mal Pflaster aufgenommen oder der Vorgarten angetastet werden.

Wie zu erfahren war, plant das Unternehmen die Werbeaktivitäten in Sachen Glasfaserverkabelung noch vor den Sommerferien, die Mitte Juli beginnen, zu starten.

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