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Kevelaer
"Mode als Kunst" im Niederrheinischen Museum in Kevelaer

Kevelaer. Geschwungene und fließend ineinander verlaufende Roben und Gewänder. Lange Schals die in der Luft tanzen und die zierlichen Proportionen ihrer Trägerin umschmeicheln. Farbenfrohe Kleidungsstücke und noch viel mehr: Die Mode der Künstlerin Tatjana Danova lädt direkt zum Schwelgen ein und fasziniert seit den späten 60er Jahren. Danova studierte von 1965 bis 1972 in der Akademie Wi.I. Muchina in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg. Dort unterrichtete sie auch Modedesign, Zeichnungen und Malerei, bevor sie mit ihrem Ehemann 1978 die damalige Sowjetunion verließ. Von Christoph Kellerbach

Ihre Gestaltungen sind zwar vom jeweiligen Zeitgeist inspiriert, aber nutzen diesen direkt als Plattform, um sich über die prägenden Elemente und Klischees der jeweiligen Kultur hinwegzusetzen.

So gibt es etwa bereits in ihren frühen Arbeiten von 1969 zwar die typischen Hippie- und Blumenmädchen-Versatzstücke, aber gleichzeitig schafft sie es parallel dazu mit anderer Kleidung, die deutlich vom Anfang des Jahrhunderts inspiriert wurde, einen optischen Kontrast zu setzen. Diese Vielseitigkeit zieht sich durch ihr gesamtes Schaffen, von dem nun im Niederrheinischen Museum in Kevelaer eine Kabinettausstellung unter dem Namen "Tatjana Danova - Mode als Kunst" zu sehen ist. Am Sonntag wurde diese eröffnet und die Künstlerin war selbst vor Ort, um Autogramme zu geben und im Gespräch mit Besuchern auf ihr Werk einzugehen.

Denn in den weiteren Jahrzehnten sieht man durchaus einige Veränderungen in der Gestaltungsweise der zauberhaften Zeichnungen. So sieht eine Arbeit von 1988 mit seinem verzierten Design schon wie die Vorlage für ein Kirchenfenster aus und die Benutzung der Aquarellfarben wurde im Schaffen der Künstlerin immer wilder. So gibt es einige Werke, bei denen die Farben wunderbar ineinander fließen und die in den vorherigen Bildern vorgekommenen exakten Farbdimensionen aufbrechen. Auch die Figurenzeichnungen von Tatjana Danova sind über die Jahre rauer und experimenteller geworden. Von dem vom Rokoko beeinflussten 70er Jahre-Designs bis hin zu den mit stark kontrastreich gestalteten Farben designten Kreationen der Neuzeit. Doch es gab eine Sache, der Danova nie gefolgt ist: der Geschlechterkonvention. Die wurde bei ihr generell auf spielerische Art und Weise ausgehebelt. Denn ihr Werk enthält sowohl eindeutig feminine Kleidung, aber auch stereotyp männliche Elemente, die in der gleichen Arbeitsphase miteinander verwoben werden. Das zeigt einmal mehr den eindrucksvollen Variationsreichtum der russischen Künstlerin, deren faszinierende Ausstellungsstücke nun eben bis zum Herbst in Kevelaer zu sehen sind.

Mehr Informationen zum Museum und den Ausstellungszeiten gibt es im Internet unter www.niederrheinisches-museum-kevelaer.de.

Quelle: RP
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