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Hindernislauf Airport Weeze
"Mud Masters": DLRG muss mehrere Sportler retten

Voll im Schlamm - Mud Masters in Weeze
Voll im Schlamm - Mud Masters in Weeze FOTO: Seybert, Gerhard
Weeze. Bei dem Hindernislauf "Mud Masters" am Airport Weeze mussten die Retter in diesem Jahr eine überraschende Beobachtung machen: viele Sportler, die nicht schwimmen konnten, haben sich in Wassergräben geworfen und mussten gerettet werden. Ein Symbol des Leichtsinns. Von Sebastian Latzel

Die DLRG sieht es mit Sorge, dass es längst nicht mehr üblich ist, dass jeder schwimmen kann. Jörg Thonnet, stellvertretender Bezirkseinsatzleiter der DLRG im Kreis, machte mit seinen Kollegen bereits schlechte Erfahrungen beim Mud-Masters-Run auf dem Airport-Gelände. Bei dem Extrem-Hindernislauf müssen die Sportler von einer Hürde aus zwei Meter Höhe in ein Wasserbecken springen und dann etwa 20 Meter weit schwimmen. "Viele wissen offenbar nicht, dass sie dort im Becken gar nicht stehen können", berichtet der DLRG-Mann.

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Es sei erschreckend, wie viele Sportler untergingen und von den DLRG-Leuten aus dem Wasser gezogen werden müssten, die sich zur Sicherheit am Rand platziert hätten. Dabei seien es hauptsächlich ausländische Athleten gewesen, die nicht schwimmen können. Mit dem Veranstalter habe man bereits über das Thema gesprochen, von dort habe es den Hinweis gegeben, dass die Teilnehmer eine Vereinbarung unterschreiben, dass sie die Verantwortung selbst übernehmen.

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Viele der jüngsten Badeunfälle in der Region haben offenbar ein Problem in den Fokus gerückt, das so bislang noch nicht bekannt war. Viele Flüchtlinge können offenbar nicht oder nur schlecht schwimmen, und ihnen sind die Gefahren der Baggerlöcher gar nicht bewusst. Die DLRG regt an, dass entsprechende Flugblätter in den Flüchtlingsunterkünften verteilt werden sollen.

Womit sich die Frage stellt, ob es nicht sinnvoll wäre, Schwimmkurse für Flüchtlinge anzubieten. Doch das sei gar nicht so einfach, heißt es von Seiten der DLRG. Hallenzeiten seien sehr knapp, selbst die Spezialisten der Tauchgruppe aus Weeze würden momentan nur einen Tag in der Woche zum Trainieren in der Schwimmhalle bekommen. Sollten Zeiten weiter gekürzt oder Bäder geschlossen werden, bestehe die Gefahr, dass auch viele Einheimische gar nicht mehr richtig schwimmen lernen.

 

Quelle: RP
 
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