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Kevelaer
Musikalische Meisterwerke zur Wallfahrtseröffnung

Kevelaer. Die beiden Männer sind sich einig - und auch ein wenig stolz. "Was in Kevelaer an Musik geboten wird, ist bemerkenswert, und was dabei von Kevelaerer Kräften geleistet wird, ist außergewöhnlich", sagt Chordirektor Romano Giefer, und Basilika-Organist Elmar Lehnen nickt bekräftigend dazu. Vier DIN-A-4-Seiten füllen die Beiträge, mit denen die Basilikamusik durch die neue Wallfahrtssaison begleitet. Und gleich zur Eröffnung am 1. Mai warten zwei Meisterwerke.

Das Festhochamt in der Basilika zur Wallfahrtseröffnung, das um 10 Uhr beginnt, wird musikalisch umrahmt von Josef Rheinbergers Messe in C-dur, op. 169. Eine Komposition, die zu Ostern mit Erfolg aufgeführt wurde. "Die Orgelempore wird voll", kündigt Giefer an. Zu dem 50-köpfigen Basilika-Chor gesellen sich Bläser, Streicher und Pauken.

"Die richtige Musik am richtigen Ort", so charakterisiert der Chordirektor Claudio Monteverdis Marienvesper. Sie erklingt beim Sonderkonzert zur Wallfahrtseröffnung am 1. Mai ab 19.30 Uhr in der Basilika. Monteverdi habe im 17. Jahrhundert eine neue Art von Kirchenmusik erfunden. Die Marienvesper zu Ehren der Gottesmutter beschreibt Giefer als szenisch-dramatische Klangrhetorik, deren Gemütswallungen förmlich mit Händen zu greifen seien. "Als Zuhörer kann man sich der Unmittelbarkeit und Anschaulichkeit dieser Musik nicht entziehen. Und genau darin liegt ihre geistige Verwandtschaft zur Kevelaer-Wallfahrt." Einen Einführungsvortrag zu diesem Werk hält Giefer am Mittwoch, 20. April, ab 20 Uhr im Musiksaal an der Amsterdamer Straße.

Solisten bei diesem Konzert sind Evelyn Ziegler (Sopran), Ulrike Hellermann (Sopran), Andreas Karasiak (Tenor), Hans Jörg Mammel (Tenor) und Christian Walter (Bass). Es wirken weiter mit Exquisite Noyse, das Ensemble Philomusici und der Essener Kammerchor. Die Leitung hat Bernhard Schüth. Karten gibt es für 21 Euro (Schüler bis 18 Jahren fünf Euro) in der Buchhandlung Bercker in Kevelaer am Kapellenplatz oder unter www.basilikamusik-kevelaer.de. Die Abendkasse öffnet um 18.30 Uhr.

Basilika-Organist Lehnen fiebert noch aus einem anderen Grund dem 1. Mai entgegen. Denn dann erklingt ein neues Register. "Die Gambe wird gerade bei der Firma Seifert ins Hauptwerk eingebaut", erklärt Lehnen. Damit ist ein weiterer Schritt getan, um die große sinfonische Seifert-Orgel in den Zustand von 1926 zurückzuversetzen. Das Gamben-Register, eine 7,50 hohe Pfeife aus Zink-Blei-Legierung, sei das teuerste noch fehlende Register. Noch vier Register, und die Orgel erklingt wieder in der Klangvielfalt von vor 90 Jahren. Lehnen ist dankbar für die Unterstützung durch den Orgelbauverein. Und er hofft darauf, dass die Spendenbereitschaft der Kevelaerer nicht nachlässt. Den mindestens 150.000 Euro sind für die vier Register noch nötig.

(kla)
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