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Kevelaer
Nach dem Brand wieder in neuem Glanz

Kevelaer: Nach dem Brand wieder in neuem Glanz
Durch die Kerzen war das Feuer an der Pieta entstanden. FOTO: Gemeinde
Kevelaer. Die Beichtkapelle in Kevelaer ist nach zwei Jahren pünktlich zur Wallfahrtseröffnung saniert worden. Das Dach ist neu, das Fundament trocken gelegt. Innen sind alle Schäden des Feuers an der Pieta beseitigt. Von Sebastian Latzel

Ein Brand in der Beichtkapelle hatte im August 2014 für große Schäden gesorgt. Bei der Tamilen-Wallfahrt hatten die Gläubigen aus Sri Lanka traditionell viele Kerzen an der Madonna aufgestellt. Einige Kerzen wurden auch auf der Figur platziert, dadurch kam es schließlich zum Feuer, das für einen Großeinsatz am Gotteshaus führte. Die Feuerwehr hatte den Brand zwar schnell unter Kontrolle, aber der Innenbereich hatte schwere Schäden davongetragen. Vor allem durch die Rauchentwicklung hatte die Farbe gelitten. Der gesamte Beichtgang war verrußt, Teile der Einrichtung verbrannt.

Da der Bereich eine wichtige Bedeutung auch über die Wallfahrt hinaus hat, gab es schon schnell Bestrebungen, die Schäden zu beseitigen. " Hier haben die Gläubigen 365 Tage im Jahr die Möglichkeit zu beichten, davon wird rege Gebrauch gemacht", erläutert Pastor Rolf Lohmann, der sich freut, dass pünktlich zum Beginn der Wallfahrtssaison die Sanierung abgeschlossen ist.

Die hatte zwei Jahre gedauert, weil nur außerhalb der Wallfahrtssaison gearbeitet werden konnte. "Wir hatten also zwei Winter, um die Arbeiten auszuführen", erläutert Architekt Jörg Bousart. Geplant war ohnehin, die Kapelle von außen zu sanieren, durch den Brand wurde die Aufgabe noch umfangreicher und auf den Innenteil ausgeweitet. Wer jetzt durch den Beichtgang geht, sieht nichts mehr von den Schäden. Der Trakt an der Marienfigur, in dem es gebrannt hat, ist komplett restauriert. Kerzen sollen aus Feuerschutzgründen hier nur noch auf einen Metalltisch gestellt werden. Zudem ist über dem Gewölbe im Zwischenboden ein Brandmelder eingebaut.

Die Feuerwehr entlüftete das Gebäude nach dem Brand. FOTO: Stoffel

Die Wände und Decken präsentieren sich hell, die Fenster sind neu. Alles sieht pünktlich zur Wallfahrtseröffnung sehr einladend aus. Saniert wurde auch die Beichtkapelle selbst. Bewusst soll sie schlichter wirken und so einen Akzent setzen, erläutert Bousart. Das Gotteshaus ist deutlich heller geworden. Sechs Beichtstühle in der Kapelle sind abgebaut worden. Denn inzwischen nutzen die Gläubigen lieber die fünf Beichtgelegenheiten im Beichtgang. Hier haben sie die Möglichkeit, auch ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht mit dem Geistlichen zu führen. In diesen Beichtzimmern gibt es jetzt erstmals Heizungen.

Weitere Änderungen tragen der Situation Rechnung, dass in der Kapelle oft Jugend- und Familiengottesdienste stattfinden. So gibt es moderne Technik, um Multimedia einzusetzen, auch die Mikrofonanlage ist ausgetauscht, ein Beamer installiert. Es sind auch Übertragungen aus der Kapelle möglich. Weil Beichtstühle abgebaut wurden, sind die Seitenschiffe jetzt größer. Hier gibt es ein pfiffiges Detail. Die Handwerker haben Magnetfarbe verwendet. Jetzt können Plakate und Bilder an die Wand gehängt werden.

Auch außen hat sich eine Menge getan. "Die Kapelle lag quasi im Dornröschenschlaf, sei war ganz vom Efeu umrankt", berichtet Jörg Bousart. Das Mauerwerk ist jetzt wieder frei. Das Gotteshaus hat ein neues Dach bekommen, die Gesteinssimse sind saniert worden. Die Arbeiter hatten auch die Fundamente freigelegt. Eine Drainage ist eingebaut worden, um die Mauern vor Wasserschäden zu schützen. "Jetzt steht die Kirche auf festen Füßen", sagt Bousart. Rund 900 000 Euro hat die aufwändige Sanierung gekostet. Einen Teil davon hat die Versicherung wegen des Brandschadens übernommen.

Quelle: RP
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